Nach Abriss von Heloponte-Bad - Bad Wildungen hat jetzt Miet-Freibad
Seit fast drei Jahren gibt es kein öffentliches Schwimmbad mehr in Bad Wildungen. Jetzt startet die Stadt einen ungewöhnlichen Versuch: ein Mietbad auf Sand - direkt dort, wo früher die Heloponte-Freizeitanlage stand.
Drei Jahre lang war in Bad Wildungen Schluss mit Schwimmen. Die alte Freizeitanlage Heloponte - ein Hallenbad mit Freibad - musste wegen baulicher Mängel dichtgemacht werden und die Sanierungskosten waren zu hoch. Damit stand Bad Wildungen ohne ein öffentliches Schwimmbad da. Jetzt gibt es eine Lösung - wenn auch eine besondere.
Kleiner Ersatz für Bürger
„Um zumindest einen kleinen Ersatz den Wildunger Bürgerinnen und Bürgern zu bieten, haben wir uns für ein Mietbad entschieden", sagt Bürgermeister Ralf Gutheil im FFH-Interview. Das Ergebnis heißt: Wildunger Sommeroase - und steht genau dort, wo früher die Freizeitanlage Heloponte war. Samstag wurde das Mietbad eröffnet.
Becken genauso groß wie im alten Schwimmbad
Die Becken kommen ursprünglich aus dem Sportbereich: Wer schon mal einen Triathlon gesehen hat - zum Beispiel die großen Rennen am Brandenburger Tor in Berlin - kennt diese aufgebauten Pools. Zwei davon stehen jetzt in Bad Wildungen. Das große Schwimmerbecken ist 10 x 25 Meter groß und 1,20 Meter tief - mit fünf Bahnen. Das kleinere Becken für Nichtschwimmer und Kleinkinder misst 10 x 8 Meter und ist rund 60 Zentimeter tief. „Es ist von der Größe her genau wie vorher - nur dass es halt wie so ein XXXL-Pool für den Privatgebrauch ist", erklärt Gutheil.
Becken stehen auf Sandboden
Die Becken stehen auf Sandboden - und das ist durchaus Absicht. „So ein bisschen Beachfeeling wollten wir herbeiführen, deswegen haben wir uns für die Sandvariante entschlossen - und deswegen wird es auch Wildunger Sommeroase genannt", so der Bürgermeister. Die Wiese drumherum ist noch im Wachsen - die Abrissfirma habe gut einen Monat länger gebraucht als geplant. Aber: Es gibt Sandflächen zum Hinlegen und Bänke zum Sitzen.
1 Euro Eintritt für Kinder und Jugendliche
Die Preise hat der Magistrat festgelegt: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen einen Euro, Erwachsene drei Euro. Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr - montags bis sonntags, zehn Wochen lang bis Ende August. Umkleidekabinen, Duschen, Toiletten und ein Sanitätscontainer sind vorhanden, erklärt Gutheil. Auch für Verpflegung ist gesorgt: Ein Caterer übernimmt die Versorgung vor Ort. Und es soll noch mehr geben - ein Cocktailabend ist in Planung, weitere Highlights sollen folgen.
Kein Ersatz für das alte Schwimmbad
Gutheil macht keinen Hehl daraus, was die Sommeroase ist und was sie nicht ist. „Uns ist allen bewusst, dass es kein wirklicher Ersatz für das ehemalige Schwimmbad ist. Es ist ein Provisorium, es ist eine Ersatzlösung." Aber er ist froh, dass es die Möglichkeit gibt, "dass wir den Bürgerinnen und Bürgern eine Abkühlmöglichkeit, eine kleine Freizeitaktivität, eine kleine Ablenkung mitten in der Stadt bieten können." Und er wirbt dafür, sich einfach drauf einzulassen: „Wenn man mit Hunderten von Leuten in so einer Anlage ist, ist das nochmal ein anderes Gefühl, als wenn ich alleine oder zu zweit zu Hause in meinem Garten in so einem Becken sitze."
Stadt prüft, ob neues Freibad realisierbar ist
Ein richtiges neues Bad - das war von Anfang an geplant. Doch ein Hallenbad ist wegen der Kostenexplosion der letzten Jahre aktuell nicht finanzierbar. Derzeit prüft die Stadt, ob zumindest ein neues Freibad realisierbar ist. Verlässliche Angaben könne Gutheil dazu aber noch nicht machen.