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Staatsanwaltschaft ermittelt: Falscher Notarzt in Osthessen?

Staatsanwaltschaft ermittelt - Falscher Notarzt in Osthessen unterwegs?

© dpa

Symbolbild

In Osthessen hat sich ein potenziell lebensgefährlicher Skandal ereignet: Ein 31-Jähriger aus Baden-Württemberg soll sich als Notarzt ausgegeben und im Vogelsbergkreis und auch im Main-Kinzig-Kreis Einsätze gefahren haben. Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt deswegen gegen ihn. 

"Wir ermitteln wegen des Vorwurfs des Missbrauchs von Berufsbezeichnungen, wegen Betruges und Urkundenfälschung gegen den Mann", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger. Aufgeflogen ist er Mitte August im Vogelsbergkreis, so Hauburger im Gespräch mit HIT RADIO FFH. 

27 Einsätze im Vogelsbergkreis

"Der Mann hat im Vogelsbergkreis im Sommer in einem Zeitraum von vier Wochen 27 Einsätze gefahren", so die Pressesprecherin des Vogelsbergkreises, Sabine Galle-Schäfer, auf FFH-Anfrage. Der Mann sei vom DRK-Rettungsdienst Mittelhessen über die Notarzt-Börse angefordert worden. 

31-Jähriger soll auch im Main-Kinzig-Kreis im Einsatz gewesen sein

Mittlerweile hat ebenfalls der Main-Kinzig-Kreis bestätigt, dass der 31-Jährige auch dort als falscher Notarzt unterwegs gewesen sein soll. Nach dem Bekanntwerden des Betrugs sei er sofort aus dem Dienst genommen worden, so Kreispressesprecher Frank Walzer auf FFH-Anfrage. Am 14. September habe der Kreis Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hanau gestellt. Die Notarzt-Börse berichtet im FFH-Gespräch, dass sie den 31-Jährigen in den Main-Kinzig-Kreis vermittelt hat - für einen Tag. Alle weiteren Einsätze im Main-Kinzig-Kreis und die Einsätze im Vogelsbergkreis wurden nicht von der Notarzt-Börse vermittelt, so Pressesprecherin Berit Crawford. 

Kam es zu Fehlbehandlungen von Patienten?

Es wird nun noch ermittelt, ob es zu Fehlbehandlungen von Patienten gekommen ist. Bei einer Wohnungsdurchsuchung haben die Beamten Beweismittel sichergestellt, so Hauburger. 

Hauburger: "Der Mann war im Vogelsbergkreis als falscher Notarzt unterwegs."

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, über den Stand der Emittlungen.

© HIT RADIO FFH

Notarzt-Börse hatte den 31-Jährigen vermittelt

Der 31-Jährige ist laut Main-Kinzig-Kreis über die Notarzt-Börse vermittelt worden. Diese Onlineplattform vermittelt bundesweit Notärzte, wenn es zu akuten personellen Engpässen kommt. "Auf sie wird als letztes, aber notwendiges Mittel zurückgegriffen, wenn alle anderen Besetzungsoptionen weggefallen sind", so Frank Walzer. 

Landkreise sehen Versäumnis bei der Notarzt-Börse

Die Kreise Vogelsberg und Main-Kinzig sehen die Notarzt-Börse in der Pflicht, sicherzustellen, dass nur Ärzte vermittelt werden, deren Unterlagen überprüft wurden. Außerdem sei die Notarzt-Börse verpflichtet, diese Unterlagen dem Auftraggeber prüffähig vorzuhalten. Erst als der Autraggeber diese Unterlagen sichten wollte, sei bei der Notarzt-Börse aufgefallen, dass sie nicht vorlagen, heißt es in einer Mitteilung des Vogelsbergkreises. 

Notarzt-Börse: "Unterlagen des Mannes hätten vor Ort überprüft werden müssen"

Die Notarzt-Börse teilte auf FFH-Anfrage mit, dass sie den 31-Jährigen nur für einen Tag vermittelt habe. Falls der Mann danach weitere Einsätze gefahren sei, sei das vor Ort entschieden worden. Zum Zeitpunkt, als der Notarzt-Börse der dringende Bedarf an einem Notarzt gemeldet wurde, hätten die Unterlagen des 31-Jährigen nicht bei der Notarzt-Börse vorgelegen. "Für diesen Fall ist in unseren AGB eindeutig festgelegt, dass Auftraggeber und der Arzt darüber informiert werden, dass die Unterlagen der Notarzt-Börse nicht vorliegen und dass der Arzt seine Unterlagen zum Einsatz mitbringen soll. Eine Überprüfung der Unterlagen muss dann vor Ort stattfinden", teilt die Notarzt-Börse auf FFH-Anfrage mit. Der Vertrag komme in jedem Fall direkt zwischen dem Auftraggeber und dem Arzt zustande. 

Notarzt-Börse erstattete Anzeige

Der Schwindel sei der Notarzt-Börse dann aufgefallen, als der 31-Jährige einen weiteren Einsatz übernehmen wollte, seine beglaubigten Unterlagen aber noch immer nicht vorlagen. Die Notarzt-Börse habe dann die ihr vorgelegten nicht beglaubigten Unterlagen überprüft und bei der Ärztekammer und Approbationsstellen nachgefragt. Die Notarzt-Börse habe dann umgehend Anzeige erstattet. 

Eva-Maria Lauber

Reporterin
Eva-Maria Lauber

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