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Landwirte und Waldbesitzer ärgern sich über "Grünes Band"

Landwirte und Waldbesitzer - Ärger um Naturmonument "Grünes Band"

Uwe Kirchner, Jochen Günther und Michael Freiherr von der Tann (von links) ärgern sich über das Gesetz zum "Grünen Band". 
© HIT RADIO FFH

Uwe Kirchner, Jochen Günther und Michael Freiherr von der Tann (von links) ärgern sich über das Gesetz zum "Grünen Band". 

"Das Grüne Band vereint nicht, sondern es spaltet", sagt Michael Freiherr von der Tann. Er ist Waldbesitzer - und rund 20 Prozent seines Besitzes gehören seit letzter Woche zum "Nationalen Naturmonument Grünes Band".

Die Hessische Landesregierung hat per Gesetz festgelegt, dass entlang der hessisch-thüringischen Grenze und im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze dieses Naturschutzgebiet entsteht. Es reicht von Friedland im Landkreis Göttingen bis nach Ehrenberg in der Rhön. Es erstreckt sich über 260 Kilometer und 8.200 Hektar. Durch das "Grüne Band" sollen laut Landesregierung die Erinnerungskultur gestärkt, der Tourismus angezogen und die Natur geschützt werden. 

Mehr als die Hälfte der Fläche ist Privateigentum

Mehr als die Hälfte der Fläche, die nun zum "Grünen Band" gehört, ist Privateigentum von Landwirten und Waldbesitzern. Und die ärgern sich über die Art und Weise, wie das Gesetz zum "Grünen Band" erstellt und verabschiedet wurde. "Ich fühle mich übergangen und nicht wahrgenommen", sagt Landwirt Uwe Kirchner aus Tann am FFH-Mikro. "Wir wurden überhaupt nicht eingebunden, mit uns hat niemand geredet. Es wurde zu einem "Spaziergang" eingeladen, das war's."

Kirchner: "Ich fühle mich übergangen."

Landwirt Uwe Kirchner aus Tann ärgert sich darüber, dass er kein Mitspracherecht beim Gesetz zum Grünen Band hatte.

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Einschränkungen bei der Jagd und beim Schädlingsschutz

Auch Michael Freiherr von der Tann ist sauer. "Teile meines Waldbesitzes gehören nun zum Grünen Band. Das bedeutet unter anderem, dass ich Einschränkungen bei der Jagd habe, dass ich keine chemischen Mittel zur Schädlingsbekämpfung mehr nutzen kann und dass ich den Bau von neuen Hochsitzen bei der Oberen Naturschutzbehörde anmelden muss", so von der Tann im Gespräch mit HIT RADIO FFH.

 

Von der Tann: "Ich habe unter anderem Einschränkungen bei der Jagd und bei der Schädlingsbekämpfung."

Etwa 20 Prozent des Waldbesitzes von Michael Freiherr von der Tann liegen im neuen Naturschutzgebiet.

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Kein Mitspracherecht

Das alles sei über seinen Kopf entschieden worden, ohne dass er ein Mitspracherecht gehabt habe. Auch dürften im neuen Naturschutzgebiet keine neuen Wege gebaut werden. "Die Menschen an der hessisch-thüringischen Grenze wollen zusammenkommen und nicht wieder getrennt werden - aber genau das passiert hier, auch indem keine neuen Wege gebaut werden dürfen", so von der Tann.

Angst vor weiteren Maßnahmen

"Die Hälfte meines Milchviehbetriebs liegt im Grünen Band. Und ich habe Angst, dass irgendwann noch mehr Einschränkungen für dieses Gebiet beschlossen werden. Wenn ich nicht weiß, was ich in fünf Jahren auf meinen Flächen noch machen darf und was nicht, nimmt mir das jegliche Planungssicherheit", sagt Landwirt Jochen Günther aus Tann am FFH-Mikro. 

Günther: "Ich habe die Befürchtung, dass weitere Maßnahmen beschlossen werden."

Landwirt Jochen Günther macht sich Sorgen über eventuell neue Verordnungen.

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Hinz: "Es wird niemandem etwas weggenommen"

Hessens Umweltministerin Priska Hinz beschwichtigt dagegen. Sie sagt, es werde niemandem etwas weggenommen, die Bewirtschaftung der Flächen könne weiterhin erfolgen. Und alle zusätzlichen Maßnahmen müssten einvernehmlich erfolgen, mit Zustimmung aller Parteien. "Frau Hinz ist nur noch in dieser Legislaturperiode Umweltministerin. Und ich glaube nicht, dass sich ihre Nachfolgerinnen oder Nachfolger daran erinnern werden, was sie gesagt hat. Wir befürchten, dass in ein paar Jahren neue Nauturschutzmaßnahmen für das Grüne Band beschlossen werden und wir die Leidtragenden sein werden", so Michael Freiher von der Tann im Gespräch mit HIT RADIO FFH.

Betroffene prüfen rechtliche Mittel

Von der Tann, Günther und Kirchner betonen, dass sie nie grundsätzlich gegen das Projekt "Grünes Band" waren. Sie wollten lediglich, dass die privaten Flächen ausgenommen werden. Nun prüfen sie rechtliche Mittel gegen das "Grüne Band". "Gegen ein Gesetz vorzugehen, ist allerdings sehr schwierig", so von der Tann. 

Eva-Maria Lauber

Reporterin
Eva-Maria Lauber

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