Wie war das Arbeitsjahr 2025? - Arbeitsagentur Fulda zieht Bilanz
Der Kreis Fulda hatte im Jahr 2025 eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent - die niedrigste in ganz Hessen. Trotzdem sieht es am Arbeitsmarkt nicht rosig aus, wie die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz erklärt haben.
2024 lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,7 Prozent. “Wir merken anhand einiger Indikatoren, dass die Situation am Arbeitsmarkt nicht so rosig aussieht, wie vielleicht die Arbeitslosenquote suggeriert. Wir betrachten natürlich auch die Anzahl an Entlassungen, die Entwicklung von Kurzarbeit. Und da sehen wir, dass es doch eine gewisse Anzahl an Unternehmen gibt, die deutlich mehr Menschen entlassen müssen, als es noch im letzten Jahr war. Wir bekommen etwas weniger Stellen gemeldet. Wir merken, dass sich die wirtschaftliche Unsicherheit auf die Entwicklung auswirkt”, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, Katharina Henkel, am FFH-Mikro.
Viele Menschen unter 25 Jahren arbeitslos
Auffällig ist auch, dass viele junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet waren. 588 Personen waren es 2025 - im Jahr davor waren es noch 536. “Ein Grund ist, dass die jungen Menschen natürlich am Anfang ihres Berufslebens stehen und eine Chance brauchen, um da reinzukommen. Viele Unternehmen sind auch unsicher, wie sich die wirtschaftliche Lage die kommenden Jahre entwickeln wird und bieten deshalb weniger Ausbildungsplätze an. Und auch einige Einsteigerjobs fallen weg - aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung”, so Katharina Henkel.
Oberstes Ziel: Arbeitslosigkeit verhindern
Oberstes Ziel der Agentur für Arbeit sei, Arbeitslosigkeit zu verhindern, so Katharina Henkel im FFH-interview. “Wir versuchen, Menschen, die in Beschäftigung sind, weiter zu qualifizieren, sodass sie zu einer gefragten Fachkraft werden. Das Thema Weiterbildung ist also eine wichtige Säule, aber auch das Thema Prävention. Wenn Unternehmen ankündigen, sie müssen entlassen, versuchen wir so schnell wie möglich im Unternehmen vor Ort zu sein, um zu beraten und unser Angebot vorzustellen.”
Henkel: “Man muss dran bleiben und seinen Hut immer wieder in den Ring werfen”
Und wie ist der Blick ins nächste Jahr? Gibt es da einen Lichtblick? “Das Positive ist, dass Menschen, die nicht so ganz so gute Startbedingungen hatten, jetzt bei anderen Unternehmen bessere Chancen haben, weil wir eben immer noch Arbeits- und Fachkräftemangel haben. Wenn ich also vielleicht in der Vergangenheit nicht zum Zuge gekommen bin, weil es andere Bewerber gab, die besser waren, kann ich jetzt nochmal meinen Hut in den Ring werfen”, so Katharina Henkel.
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