Zurück auf Anfang - Millionenprojekt in Großenlüder gestoppt
In Großenlüder ist ein millionenschweres Großprojekt vorerst vom Tisch. Der Investor zieht sich von den Plänen für ein neues Innovations- und Technologiezentrum zurück. Grund dafür ist laut Gemeinde ein Streit um das notwendige baurechtliche Genehmigungsverfahren.
Die Hydro-Source TEC GmbH hatte laut Gemeinde große Produktionshallen und hohe technische Anlagen geplant, um dort unter anderem synthetische Kraftstoffe herzustellen. Gerplant waren Investitionen in Höhe von rund 220 Millionen Euro.
Ausmaß sprengt alten Bebauungsplan
Für das Gelände gibt es zwar einen Bebauungsplan, der deckt die neuen Baupläne aber den Angaben zufolge rechtlich nicht ab. Deshalb pochte die Gemeindevertretung auf ein neues, offizielles Bauleitplanverfahren. Nur so könne das Projekt rechtssicher, transparent und ergebnisoffen geprüft werden.
Investor lehnt Mitwirkung ab
Darauf wollte sich das Unternehmen aber offenbar nicht einlassen. In einem Schreiben teilte die Firma laut Gemeinde mit, dass es das Projekt unter diesen Rahmenbedingungen nicht weiterverfolge. Man werde an dem geforderten Verfahren nicht mitwirken, da man keine hinreichende Rechtsgrundlage sehe. Für Bürgermeister Florian Fritzsch ist dieser Rückzug nur schwer nachvollziehbar. Wer ein 220 Millionen Euro teures Vorhaben plane, müsse ein ordnungsgemäßes Prüfverfahren als notwendige Grundlage verstehen, heißt es von der Gemeinde. Man habe nicht blockiert, sondern den rechtlich erforderlichen Weg aufgezeigt.
Tür für kleinere Modelle bleibt offen
Ganz beendet sei die Debatte aber womöglich nicht. Die Firma hat laut Gemeinde alternative, kleinere Modelle für bestehende Anlagen ins Spiel gebracht. Die Gemeinde zeigt sich dafür weiterhin gesprächsbereit. Voraussetzung sei aber, dass gesetzliche Vorgaben und die kommunale Planungshoheit anerkannt werden, so der Bürgermeister. Eine ursprünglich geplante öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Großprojekt ist nun allerdings abgesagt.