Er ist ein DKMS-Match - Thomas Bertz aus Eichenzell freut sich
Wie fühlt sich das an, als bei der DKMS registrierter Spender tatsächlich die Nachricht zu bekommen “Du bist ein Match!”? Thomas Bertz aus Eichenzell hat genau das jetzt erlebt und rettet damit hoffentlich einer ihm noch unbekannten Person das Leben. Registriert hat er sich mit einem einfachen Wangenabstrich, den er 2019 gemacht hat, also vor sieben Jahren.
Eine SMS, die das Herz in die Hose rutschen lässt
Es war kein Anruf. Es war eine SMS. „Ich soll mich mal melden, weil es wichtig sei", erinnert sich Thomas Bertz. Sein Herz? Rutschte sofort in die Hose. Zwei Stunden hat er gebraucht, hat gegoogelt, gelesen, nachgedacht. Und dann war für ihn klar: Er will helfen. Er rief zurück - und damit nahm alles seinen Lauf.
Sieben Jahre zwischen Typisierung und dem entscheidenden Anruf
2019 ließ sich der 45-Jährige bei einer Typisierungsaktion in Fulda bei der DKMS registrieren. Er habe kaum noch damit gerechnet, dass der Anruf jemals kommt. „Man rechnet ja gar nicht damit." Sieben Jahre lagen zwischen dem Wangenabstrich und dem Moment, in dem er erfuhr: Du bist die Nadel im Heuhaufen. Du bist der genetische Zwilling.
Sechs Wochen voller Aufregung
Nach dem ersten Kontakt war noch nichts sicher. Zunächst wurde eine weitere Blutprobe entnommen, um die Gewebemerkmale noch genauer zu prüfen und das Match zu bestätigen. Dann folgte eine Voruntersuchung, bei der gecheckt wurde, ob die Spende auch für Thomas selbst keine Gefährdung darstellt. Erst danach war die eigentliche Spende. „Insgesamt hat dieser Prozess gut sechs Wochen gedauert - und war extrem aufregend."
Unspektakulär und trotzdem einer der emotionalsten Tage seines Lebens
Thomas spendete über sein Blut - ähnlich wie bei einer Dialyse. Kein großer Eingriff, kein langer Krankenhausaufenthalt. „Ich habe über Blut gespendet, und deshalb war es eigentlich wirklich unspektakulär." Und trotzdem: Dieser Tag zählt für ihn zu den “Top 10 seines Lebens” - nach den Geburten seiner Kinder und seiner Hochzeit. „Das war Wahnsinn, einfach weil man sich Gedanken macht, was das für jemand anderen bedeutet."
Das Gefühl, das bleibt
Für ihn habe sich die Frage, ob er helfen will, nie wirklich gestellt. „Das Leben hat es mit mir und meiner Familie grundsätzlich sehr gut gemeint." Und wenn er oder seine Familie selbst in so einer Situation wären, wären sie einfach so froh, wenn jemand hilft. „Ich glaube, die Frage stellt sich gar nicht, ob man da helfen kann oder darf. Man muss es einfach machen - und es war wenig Aufwand."
Vielleicht ein Wiedersehen nach zwei Jahren
Was Thomas besonders bewegt: Irgendwo auf dieser Welt lebt ein Mensch, dessen genetische Merkmale so ähnlich zu seinen eigenen sind, dass genau seine Stammzellen helfen konnten. Ein Mensch, den er nicht kennt. Noch nicht. Denn: Spender und Empfänger können nach der DKMS-Regelung zunächst anonym Kontakt aufnehmen. Und wenn beide es wollen, ist nach zwei Jahren sogar ein persönliches Kennenlernen möglich. „Schauen wir mal, was passiert. Auch das ist sicherlich extrem spannend."
So kannst auch du dich registrieren
Wer Thomas' Geschichte liest, fragt sich vielleicht: Könnte ich auch jemandes genetischer Zwilling sein? Die Antwort lautet: Vielleicht. Und herausfinden lässt sich das ganz einfach. Auf dkms.de/registrieren kannst du online ein kostenloses Registrierungsset bestellen. Damit machst du zuhause einen Wangenabstrich und schickst das Set zurück. Deine Gewebemerkmale werden dann analysiert - und du wirst in die DKMS-Datei aufgenommen. Alle 12 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. Vielleicht bist du eines Tages genau die Person, die helfen kann.