Neuer Milliarden-Deal - Fresenius zielt auf Nachahmer-Markt
Der Gesundheitskonzern setzt beim Ausbau seines wachsenden Geschäfts mit Nachahmer-Medikamenten auf den chinesischen Partner WuXi Biologics. Was die Vereinbarung für Fresenius bedeutet.
Fresenius sichert sich durch die Partnerschaft exklusiven Zugang zu bis zu 37 neuen sogenannten Biosimilar-Kandidaten. Dabei handelt es sich um Nachahmer-Produkte für teure biologische Arzneimittel, deren Patentschutz ausläuft.
Größte Vereinbarung dieser Art
Das aktuelle Portfolio der Bad Homburger könne dadurch im kommenden Jahrzehnt von heute 29 auf bis zu 66 Präparate anwachsen, heißt es vom Dax-Konzern. Dabei ziele man auf Originalpräparate, die für einen Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro stünden. Nach Angaben von Fresenius ist es die bislang größte Vereinbarung dieser Art in der Branche.
Höhere Kosten in der Entwicklung
Für jeden ausgewählten Kandidaten wird der chinesische Partner laut Fresenius auf Dienstleistungsbasis bezahlt. Wenn die Entwicklung voranschreitet, steigen den Angaben zufolge zunächst auch die Forschungsausgaben. Das werde die Gewinnmarge vorerst belasten. Langfristig sollen die neuen Produkte dann aber für ein deutliches Umsatzwachstum sorgen.
Gesundheitssysteme unter Druck
Weltweit müssen Staaten im Gesundheitssektor sparen. Günstige Nachahmer-Medikamente sind deshalb besonders gefragt. Der Markt für diese Biosimilars ist laut Experten hart umkämpft, vor allem das Tempo bei der behördlichen Zulassung ist entscheidend. WuXi Biologics bringt dafür ein globales Netzwerk mit Standorten in Europa, den USA, China und Singapur in die Kooperation ein.
Neuer Fokus für Bad Homburg
Mit dem Deal treibt Fresenius den Umbau des eigenen Unternehmens weiter voran. Der Konzern will langfristig unabhängiger vom klassischen Geschäft mit Kliniken und der Dialyse werden. Die finanziellen Ziele für die kommenden Jahre bleiben trotz der neuen Investitionen unangetastet, teilt das Unternehmen abschließend mit.