Dringende Hilfe für Igel - Tierschutz Fulda sucht Pflegestellen
Der Tierschutzverein Fulda und Umgebung e.V. schlägt Alarm: Immer mehr Igel brauchen dringend Hilfe - und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kommen an ihre Grenzen. Gesucht werden deshalb Menschen, die einem kleinen Stacheltier vorübergehend ein Zuhause geben können.
Warum landen so viele Igel in menschlicher Obhut? Die Antwort ist ernüchternd. „Es wird alles zugebaut und zubetoniert, und die Gärten werden schlicht und einfach gehalten - ohne Rückzugsmöglichkeiten für die Igel", sagt Heike Schüßler-Kuschke vom Tierschutz Fulda. Das Ergebnis: Die Tiere weichen auf Straßen aus - und werden dort gefunden. Oft in einem erbärmlichen Zustand.
Herbst ist Hochsaison - die Stationen sind voll
Gerade jetzt, im Herbst, spitzt sich die Lage zu. „Zu Stoßzeiten haben wir manchmal richtig viele volle Stationen", berichtet Schüßler-Kuschke. Jungigel, die noch nicht rund genug für den Winterschlaf sind. Mütter, die verletzt wurden und Igelbabys, die allein und hilflos zurückbleiben. Tiere, die nicht genug gefressen haben oder wegen Innenparasiten einfach nicht in den Winterschlaf finden. „Wir brauchen immer Hilfe und Unterschlupfmöglichkeiten zum Päppeln oder für einen gesicherten Winterschlaf", berichtet die Tierschützerin.
Wann braucht ein Igel wirklich Hilfe?
Nicht jeder Igel, der im Garten auftaucht, ist ein Notfall. „Wichtig ist, dass nicht jeder Igel einfach eingesammelt wird - nicht jeder, der draußen rumläuft, braucht automatisch Hilfe", betont Schüßler-Kuschke. Handlungsbedarf besteht aber klar, wenn ein Igel tagsüber unterwegs ist (Igel sind nachtaktiv!), wenn er torkelt, auf der Seite liegt oder einen sogenannten Hungerknick hat - eine Einbuchtung zwischen Köpfchen und Rücken. Auch das Gewicht ist entscheidend: Mitte Oktober sollte ein Igel mindestens 400 Gramm wiegen, Anfang November mindestens 600 Gramm. Wer weniger auf die Waage bringt, braucht Unterstützung.
Erste Hilfe: So helfen Sie richtig
Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte ihn in einem Karton sichern und wiegen. Dann unbedingt prüfen, ob kleine weiße „Stäbchen" (Fliegeneier) im Fell sitzen - diese sofort entfernen! Futter anbieten ist erlaubt, wenn der Igel am Bauch handwarm ist: Katzennassfutter ohne Zucker, Getreide und Soße, Rinderhackfleisch oder ungewürztes Rührei eignen sich gut. Achtung: Ein Igel darf keinesfalls entwurmt oder mit einem Spot-On-Mittel gegen Flöhe oder Zecken behandelt werden - das kann tödlich enden. Im Zweifelsfall gilt: Tierschutz Fulda anrufen!
Was braucht eine Pflegestelle?
Wer einen Igel aufnehmen möchte, muss kein Profi sein - aber ein bisschen Platz und Herz mitbringen. Schüßler-Kuschke erklärt, was nötig ist: „Eine Pflegestelle braucht ein Zimmer, das man gut lüften und beheizen kann, mit Tageslicht, Boxen, Schlafhäuschen und Futternäpfen." Für Außengehege reichen ein stabiles Gehege, Schlafhäuschen sowie Stroh und Blätter - „um es kuschelig zu machen".
Nur eine halbe Stunde am Tag
Viele schrecken vor dem Aufwand zurück - zu Unrecht. „Der Aufwand richtet sich natürlich nach dem Tier", sagt Schüßler-Kuschke. „Habe ich ein krankes oder verletztes Tier, ist der Aufwand ein kleines bisschen größer. Ansonsten ist man mit einer halben Stunde dabei." Eine halbe Stunde täglich - für ein Leben, das sonst keine Chance hätte.
Jetzt melden und Leben retten
Der Tierschutz Fulda und Umgebung e.V. ist auf Pflegestellen, Endstellen und Spenden angewiesen. Wer helfen möchte - egal in welcher Form - meldet sich einfach:
📞 +49 151 54 88 15 68 ✉️ info@tierschutz-fulda.de 🌐 tierschutz-fulda.de/igel