Kommunalwahl in Frankfurt - Stimmzettel so lang wie eine Yogamatte
Er ist größer als so mancher Flat-Screen-Fernseher: In Frankfurt ist der XXL-Stimmzettel für die Kommunalwahl am 15. März präsentiert worden. Anspruchsvoll wird nicht nur das Ankreuzen, sondern auch das Auszählen.
Auf dem Frankfurter Wahlzettel stehen die Namen von 1.120 Kandidaten. Das Papier ist 1,44 Meter lang - 20 Zentimeter mehr als bei der vorherigen Kommunalwahl - und 60 Zentimeter hoch. Er gehöre damit zu den größten Stimmzetteln Deutschlands, heißt es bei einer Pressekonferenz im Römer.
Stadt verschickt Musterzettel nicht mehr
In der Vergangenheit wurde der Musterzettel vor der Wahl immer an die Menschen verschickt - diesmal gibt's neue gesetzliche Grundlagen. Die Stadt verzichtet darauf, auch um Papier zu sparen. Insgesamt 516.000 Frankfurterinnen und Frankfurter sind wahlberechtigt, sie erhalten demnächst eine entsprechende Benachrichtigung.
Der eine oder die andere könnte am Wahlsonntag etwas mehr Zeit in der Kabine verbringen: Bis zu 93 Stimmen dürfen auf die Kandidaten verteilt werden. Dabei können Wähler einem einzelnen Bewerber bis zu drei Stimmen geben (Kumulieren), und sie können Personen aus unterschiedlichen Listen wählen (Panaschieren).
Schrittweises Auszählen
Die Folge: Das Auszählen dürfte teilweise zur Sisyphusarbeit werden. 7.000 ehrenamtliche Wahlhelfer werden benötigt, die hat Frankfurt erfreulicherweise schon beisammen. Am Sonntag selbst wird dann nur der sogenannte “Stapel 1” ausgezählt - also diejenigen Zettel, auf denen die Wähler einfache Kreuze für eine gesamte Liste gesetzt haben. Auf dieser Basis entsteht ein Trendergebnis.
Die Zettel, auf denen für einzelne Kandidaten gestimmt wurde, werden ab Montag ausgezählt. Erfahrungsgemäß seien das “rund 35 bis 40 Prozent”. Stadträtin Eileen O'Sullivan sagt, es würde nie ein Wahlhelfer allein auf den Zettel schauen - sodass gewährleistet sei, dass keine Fehler gemacht werden - auch wenn sich das Auszählen mal etwas länger zieht.
Endgültiges Ergebnis am 27. März
Wie umfangreich das Ganze ist, zeigt auch diese Zahl: Laut O'Sullivan werden in den Tagen nach der 578 Arbeitsplätze mit PC benötigt, um die Auszählung abzuwickeln. Am 27. März soll das endgültige Ergebnis der Kommunalwahl festgestellt werden.