«Frauen*streik» in Frankfurt - Care-Arbeit ist auch Arbeit
Am Montag ruft das Töchterkollektiv zur Demonstration in Frankfurt auf. Im Fokus: mehr Schutz vor Gewalt und finanzielle Unabhängigkeit.
Hinlegen, Innehalten, Krach machen und bunt schminken: So soll die Demonstration vom Töchterkollektiv zum Internationalen Frauentag in Frankfurt auf dem Römerberg aussehen. Die bundesweite Aktion fordert für Frauen Gleichstellung, Schutz vor Gewalt, die Anerkennung von Care-Arbeit, soziale Absicherung sowie politische Teilhabe, wie die Organisatorinnen sagen.
Internationaler Frauentag war am Sonntag, demonstriert wird aber am Montag, einem Werktag. Auch Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und Verdi Frankfurt nehmen nach Angaben des Töchterkollektivs teil, genauso wie Künstlerinnen, Vereine und Aktivistinnen.
"Dass die da im Römer alle vom Stuhl fallen"
Während der Kundgebung am Römerberg von 12 bis 18 Uhr werde es auch einen Demo-Umzug von Verdi mit 200 angemeldeten Menschen geben, schrieb das Ordnungsamt der Stadt. Dem Töchterkollektiv zufolge schließt sich der Umzug ab 17 Uhr der Kundgebung am Römerberg an.
Zur Demonstration sollen sich die Frauen sowohl still auf den Boden legen, als auch Krach machen, "dass die da im Römer alle vom Stuhl fallen", sagt Petra Thomsen, Verantwortliche für das Programm. Ihr gebe die Aktion wieder Hoffnung, "dass wir Frauen wirklich mal zusammenfinden."
"Dann fragen Sie doch mal Ihre Töchter"
Besonders auf ökonomische Abhängigkeit und damit verknüpfte Gewalt möchte das Kollektiv an dem Tag aufmerksam machen. Deutschland könne vielerorts nicht die nötigen Angebote für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, bereitstellen, schreibt das Töchterkollektiv in einer Mitteilung.
Bundesweit gebe es rund 80 weitere Städte, die sich an der Aktion beteiligen, so Thomsen. Jennifer Follmann gründete die Bewegung nach der Aussage im November von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Stadtbild und dem Satz "Dann fragen Sie doch mal Ihre Töchter." In Frankfurt gibt es die Gruppe erst seit Januar. Sie organisieren die Veranstaltung am Montag zum ersten Mal.
"Wenn der Römer voll steht, wäre ich einfach total happy"
Für den Frauen-Streik sind nach Angaben des Frankfurter Ordnungsamts 400 Personen angemeldet. Laut Thomson hoffen die Organisatorinnen aber auf über 1.000 Menschen. "Wenn der Römer voll steht und ein Feeling aufkommt, wie wenn die Eintracht die Champions League gewonnen hat, dann wäre ich einfach total happy."