Rettung für Offenbacher Klinik - Ketteler Krankenhaus bleibt erhalten
Das Ketteler Krankenhaus in Offenbach bleibt erhalten: Ein neuer Träger übernimmt, die meisten Arbeitsplätze und Abteilungen sind gesichert – nur die Geburtshilfe schließt wie angekündigt Ende Juni.
Die Lösung für die Offenbacher Klinik ist im Rahmen des Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung gefunden worden.
DRK wird neuer Träger
Der Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Offenbach e.V. werde die Trägerschaft übernehmen, teilte das Krankenhaus mit. Damit seien die Arbeitsplätze der über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso gesichert wie der Fortbestand der medizinischen Abteilungen mit Ausnahme der Geburtshilfe. Das Krankenhaus hatte bereits angekündigt, dass diese zum 30. Juni dieses Jahres geschlossen wird.
Entscheidung noch unter Vorbehalt
Eine entsprechende Investorenvereinbarung sei bereits unterzeichnet worden, hieß es. Der Vollzug solle im Laufe dieses Jahres erfolgen und stehe wie in solchen Fällen üblich noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger, mit der aber zu rechnen sei.
"Tragfähige Zukunftsperspektive"
"Das Ketteler Krankenhaus ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Offenbach und der Region", erklärte Doru Somesan, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Offenbach. "Eingebettet in unser bestehendes Netzwerk aus Rettungsdienst, Pflegeeinrichtungen und vielen weiteren Angeboten leisten wir mit dieser Übernahme einen starken Beitrag zum Erhalt eines hochwertigen medizinischen Angebots vor Ort."
Langfristiger Erhalt geplant
Mit der nun gefundenen Lösung erhalte das Krankenhaus eine tragfähige Zukunftsperspektive, ergänzte Dietmar Eine, Sanierungsgeschäftsführer des Ketteler Krankenhauses. Ziel des DRK-Kreisverbands Offenbach sei es, den Krankenhausstandort auf lange Sicht zu sichern, die medizinische Versorgung verlässlich fortzuführen und das Haus in einen starken regionalen Versorgungsverbund einzubinden.
Patientenversorgung läuft weiter
Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Krankenhaus ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet, um zukunftsfähig zu werden. Sanierungsgeschäftsführer Eine wird durch Experten der Pluta Rechtsanwalts GmbH unterstützt. Der Insolvenzplan sei bereits in Abstimmung und dürfte in absehbarer Zeit zum Abschluss kommen, so Eine. Die Patientenversorgung laufe unterdessen uneingeschränkt weiter, und bis auf die Geburtshilfe sollten alle medizinischen Fachabteilungen bestehen bleiben.