Noch mehr Fluglärm? Diese Kommunen wehren sich juristisch
Noch mehr Fluglärm? - Diese Kommunen wehren sich juristisch
Sechs Städte weisen das von Fraport AG und Deutscher Flugsicherung geplante neue Betriebskonzept für den Flughafen Frankfurt entschieden zurück. Das machten die Kommunen bei einer Pressekonferenz in Flörsheim deutlich.
Nach Auffassung von Flörsheim am Main, Hattersheim am Main, Hochheim am Main, Hofheim am Taunus sowie die Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden würde das neue Konzept bei Westbetrieb zu deutlich mehr Starts über die Nordwest-Abflugstrecken führen. Die Kommunen warnen vor einer spürbaren Zunahme der Lärmbelastung für ihre Einwohnerinnen und Einwohner. Ihr gemeinsames Signal: „Es darf nicht noch lauter werden.“
Kommunen sehen Bruch mit früheren Zusagen
Hintergrund ist die Entwicklung seit dem Bau der Landebahn Nordwest. Im Planfeststellungsverfahren war den Angaben zufolge angenommen worden, dass bei Westbetrieb nur noch ein sehr geringer Teil der Starts über Nordwest abgewickelt werde. Tatsächlich liege die Zahl der Flüge schon heute deutlich höher. Mit dem nun vorgestellten Betriebskonzept drohten nach Ansicht der Städte wieder Verhältnisse wie vor 2011.
Flugbewegungen steigen stetig
Besonders kritisch sehen die Kommunen, dass bei stärkerem Verkehr künftig deutlich mehr Maschinen von der Centerbahn über Nordwest starten könnten. Während im Planfeststellungsverfahren für 2025 nur 1,5 Prozent dieser Starts über Nordwest vorgesehen gewesen seien, liege der tatsächliche Anteil tagsüber bereits bei rund 10 Prozent und nachts bei rund 20 Prozent. Im neuen Konzept könne der Anteil bei stärkerem Verkehr auf 35 Prozent steigen.
Kommunen gehen juristisch dagegen vor
Als Ursachen nennen die Städte unter anderem mehr zweistrahlige Großflugzeuge, zusätzliche Einzelfreigaben über Nordwest sowie ein aus ihrer Sicht insgesamt zu hohes Verkehrsaufkommen. Die beteiligten Kommunen fordern deshalb, das neue Betriebskonzept nicht umzusetzen. Stattdessen solle das ursprünglich zugrunde gelegte Konzept endlich konsequent angewendet werden. Dazu, so die gemeinsame Position, werde auch eine Reduzierung der Flugbewegungen notwendig sein. Juristisch und politisch wollen die Städte nun gemeinsam gegen die Pläne vorgehen.