Vater fast in Kita gestorben - Bad Homburger überlebt auch dank App
Der Bad Homburger Florian Pink lebt - und für ihn ist klar: Ohne das schnelle Eingreifen mehrerer Helfer und der sogenannten KatRetter-App wäre er heute nicht mehr da. Zum ersten Mal erzählt der 46-Jährige aus Bad Homburg, wie er im vergangenen Herbst beim Abholen seines Sohnes in einer Kita plötzlich zusammenbricht.
Es ist der 23. Oktober 2025, kurz vor 16 Uhr. Pink will seinen Sohn aus dem Kindergarten holen. Er sagt noch: „Komm, zieh dich mal an, wir gehen nach Hause.“ Dann dreht er sich um, um den Ranzen zu holen - und sackt zusammen. „Da ist einfach Ende. Das war wie so ein Schuss. Peng, einfach weg“, sagt Pink.
Kita-Team reagiert sofort
Der Bad Homburger erleidet Kammerflimmern. In der Kita reagiert das Team sofort. Als Leiterin Jennifer Janson-Hitzges auf den Flur kommt, liegt Pink bereits am Boden. Dann beginnt sie mit der Reanimation. „Pulli hoch, Hemd aufgerissen und weitergemacht“, sagt sie. Es ist ihr erster solcher Ernstfall. Entscheidend ist für sie aber vor allem eines: handeln. „Man muss den Mut haben, einfach was zu tun.“
Ersthelferin nach vier Minuten da
Der Notruf wird alarmiert, der aktiviert parallel die KatRetter-App. Sie verschickt eine Push-Nachricht auf das Handy registrierter Ersthelfer in der Nähe. „Bereits nach vier Minuten kam eine Katretterin und hat übernommen“, sagt Pink. Genau das ist in diesem Moment entscheidend: Die Kräfte der Kita-Leiterin lassen langsam nach, die Reanimation läuft trotzdem ohne Unterbrechung weiter.
“Leben 2.0”
Dass er überlebt und keine bleibenden Schäden davonträgt, nennt Pink heute „Leben 2.0“. Der 23. Oktober 2025 ist für ihn deshalb ein zweiter Geburtstag. „Ich wäre an dem Tag eigentlich gestorben, wenn nicht Menschen sofort gehandelt und mir das Leben gerettet hätten“, sagt er.
Stadt will Defibrillatoren nachrüsten
Auch Oberbürgermeister Alexander Hetjes sieht in dem Fall ein starkes Signal. Die KatRetter-App zeige, wie wichtig digitale Hilfe im Notfall sein kann. „Das sind wirklich Apps, die Leben retten“, sagt er. Die Stadt zieht daraus nun Konsequenzen: Künftig sollen alle städtischen Kitas und Betreuungseinrichtungen mit Defibrillatoren ausgestattet werden.