Angriff im Gericht in Hanau - Angeklagter verletzt Staatsanwältin
Ein Angeklagter springt im Landgericht Hanau über den Tisch und attackiert die Staatsanwältin. Später wird die Verhandlung fortgesetzt – aber unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.
Eine Staatsanwältin ist während einer Gerichtsverhandlung in Hanau von einem Angeklagten angegriffen worden.
Prellung und Schürfwunden
Sie habe durch die Schläge unter anderem eine Schädelprellung sowie Schürfwunden erlitten und habe medizinisch versorgt werden müssen, teilte das Landgericht Hanau mit. Zudem wurden zwei Wachtmeister leicht verletzt.
Wachtmeister griffen ein
Bei der Urteilsverkündung war der mit Handschellen gefesselte 39-Jährige den Angaben zufolge über seinen Tisch gesprungen und hatte die 30-jährige Staatsanwältin auf den Kopf geschlagen. Die vier Wachtmeister im Saal griffen ein, der Angeklagte wurde in eine Zelle gebracht.
Fünf Jahre Haft
Eine Stunde später wurde die Urteilsverkündung im Beisein von Polizeibeamten fortgesetzt. Der Mann wurde dabei von der Großen Strafkammer unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt, zudem wurde Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Mann war bereits vorbestraft und saß schon mehrere Jahre wegen Gewalttaten im Gefängnis, wie uns eine Gerichtssprecherin bestätigte.
Bestürzung in Wiesbaden
Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU) und Generalstaatsanwalt Torsten Kunze äußerten sich bestürzt über den Vorfall. "Eines muss klar sein: Wer Justizmitarbeiter angreift, greift den Rechtsstaat an", erklärte Heinz in Wiesbaden. Es dürfe nie vergessen werden, dass hinter jeder Robe und Uniform nicht bloß ein Justizbediensteter, sondern in erster Linie ein Mensch stehe, so Kunze.
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