Wut über Lohnangebot - Streik im Groß-und Einzelhandel in Hessen
Im hessischen Groß- und Einzelhandel kommt es am Freitag zu zahlreichen Streiks und Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte vieler bekannter Ketten zu Kundgebungen aufgerufen. Grund ist ein aus Sicht der Gewerkschaft völlig unzureichendes Angebot der Arbeitgeberseite.
Betroffen sind laut ver.di unter anderem Filialen und Logistikzentren von Rewe, Penny, Kaufland, Ikea, H&M und Zara. Die Gewerkschaft rechnet mit Hunderten Streikenden aus ganz Hessen, die in mehreren Städten auf die Straße gehen.
Wut über Arbeitgeberangebot
Auslöser der Proteste ist die zweite Verhandlungsrunde im Einzelhandel. Die Arbeitgeber sollen dort ein Angebot vorgelegt haben, das für die ersten sechs Monate gar keine Entgelterhöhung vorsieht. Danach sei ein Plus von zwei Prozent geplant, heißt es von der Gewerkschaft. Für den hessischen Großhandel liege den Angaben zufolge bisher sogar überhaupt kein Angebot vor.
Gewerkschaft warnt vor Reallohnverlust
Laut ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble bedeutet der Vorschlag effektiv nur ein Prozent mehr Geld im ersten Jahr. Bei einer Teilzeitkraft kämen da teils nur rund zwölf Euro im Monat zusätzlich an. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten komme dieses Angebot einem Reallohnverlust gleich.
Umsätze der Branche steigen
Dabei weise der Handel eine sehr solide Entwicklung auf, betont die Gewerkschaft. Der Einzelhandel in Hessen habe im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von fünf Prozent erwirtschaftet, der Großhandel sogar von über sechs Prozent. Die Beschäftigten müssten an diesem Erfolg wertschätzend beteiligt werden, statt mit Reallohnverlusten abgespeist zu werden.
Kundgebungen in Mainz und Kassel
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, ziehen viele hessische Beschäftigte zu einer länderübergreifenden Großdemonstration nach Mainz. Daran sollen rund 700 Streikende aus Hessen teilnehmen. Parallel findet laut ver.di eine weitere Streikversammlung mit etwa 100 Teilnehmern vor einem Möbelhaus in Kassel statt.
Das fordern die Beschäftigten
Die Ziele für den hessischen Groß- und Einzelhandel sind klar formuliert: Die Gewerkschaft fordert 250 Euro mehr pro Monat für alle Entgeltgruppen. Auszubildende sollen monatlich 150 Euro mehr erhalten. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll den Angaben zufolge zwölf Monate betragen.
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