Tausende Kundgebungen pro Jahr - Warum Frankfurt die Demo-Hauptstadt ist
Nirgends in Deutschland gehen die Menschen so häufig auf die Straße wie in Frankfurt - gemessen an der Einwohnerzahl. Das sagt das Frankfurter Ordnungsamt. Allein im vergangenen Jahr zählte die Stadt rund 2.900 Demonstrationen. Tendenz: steigend.
Die Gründe liegen laut Ordnungsdezernentin Annette Rinn auf der Hand: Frankfurt ist aus allen Himmelsrichtungen bestens erreichbar, die Bevölkerung multikulturell - und Plätze wie der Römer oder die Hauptwache sind bundesweit bekannt und begehrt. Wer auf sich aufmerksam machen will, komme eben sehr gerne in die Mainmetropole.
Lage, Bekanntheit, Vielfalt - Frankfurt zieht Demo-Macher an
Rinn sagt unserem Reporter: „Im Wesentlichen natürlich wegen der geografischen Lage, das ist für alle sehr gut erreichbar - und dazu kommt die Aufmerksamkeit: Es wird mehr wahrgenommen, wenn in Frankfurt demonstriert wird als in Mörfelden-Walldorf oder wo auch immer."
Samstags bis zu 30 Kundgebungen gleichzeitig
Hinzu kommt: Ganz Deutschland erlebt gerade einen Demo-Anstieg - und Frankfurt spürt das besonders stark. Für das Ordnungsamt ist das eine logistische Mammutaufgabe. An Samstagen können es schon mal rund 30 Kundgebungen auf einmal sein - alle wollen in die Innenstadt. Die größte Herausforderung: wenn Gegner direkt aufeinandertreffen.
Rinn: „Die größte Herausforderung haben wir dann, wenn unterschiedliche Interessen aufeinander prallen. Also wir haben dann pro-palästinensische und Pro-Israel-Demonstrationen, die wir unter einen Hut bringen müssen. Dann muss man die Routen so abgleichen, dass sie sich möglichst nicht begegnen."
Gerichtliche Auseinandersetzungen
Pro-palästinensische Demos wollte die Stadt Frankfurt bereits mehrfach verbieten - scheiterte damit aber immer wieder vor Gericht.