Zunehmende Verrohung - Hessische Freibäder greifen durch
Badegäste fallen betrunken ins Wasser, drängeln an der Kasse oder beschimpfen den Bademeister. Viele hessische Freibäder beklagen gerade zunehmende Respektlosigkeit – unter anderem Nidderau, Stadtallendorf und Griesheim greifen nun zu schärferen Maßnahmen.
Die Mitarbeiter des Nidderbads und Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär schlagen Alarm: “Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht”, schreiben sie in einem Appell an die Öffentlichkeit. Die Aufgabe, dass die bis zu 2.800 Badegäste pro Tag sicher und ungestört ihre Freizeit genießen können, könne das Freibad-Team trotz des extra engagierten Security-Dienstes “nicht mehr vollumfänglich gerecht werden”.
“Einige verhalten sich, als hätten sie für 5,50 Euro Eintritt das ganze Bad gekauft”, sagt ein Bademeister unserem FFH-Reporter. In der Mitteilung werden die Probleme aufgezählt: Schubsereien am Beckenrand, Menschen, die mit einer Portion Pommes in der Hand ins Becken steigen, Babies, die auf Esstischen gewickelt werden und extrem verschmutzte Toiletten.
Der Appell von Bär und dem Team des Nidderbads: Respekt zeigen gegenüber dem Team und den anderen Badegästen.
Alkoholverbot in Stadtallendorfer Freibad
In Stadtallendorf trieb ein Gast am vergangenen Wochenende stark alkoholisiert kopfüber im Wasser, erzählt Stadtwerke-Chef Rolf Weber Hit Radio FFH. Ein anderer Vorfall, bei dem ein Bademeister von mehreren jungen Männern bedroht wurde, endete mit einem Polizeieinsatz. Auch deshalb herrscht seit Freitag, 3. Juli, ein absolutes Alkoholverbot auf dem gesamten Freibadgelände, teilen die Stadtwerke mit.
Um diese Maßnahme umsetzen zu können, könne es zu Taschenkontrollen am Eingang kommen. Offensichtlich alkoholisierten Besuchern werde kein Einlass gewährt. Bei Verdachtsfällen sei das Bäderpersonal angewiesen, auch später auf dem Freibadgelände Kontrollen durchzuführen.
Gewalt im Griesheimer Freibad
Im Griesheimer Freibad kam es am Sonntag (28.6.) zu einem tätlichen Angriff auf zwei städtische Mitarbeiter. Diese wurden nach Angaben der Stadt verletzt, die Polizei musste eingreifen. 15 Personen waren demnach beteiligt, zwei davon wurden polizeilich abgeführt. Das Bad war in Folge der Ereignisse seit Montag geschlossen.
Am heutigen Freitag (3.Juli) wurde es wieder geöffnet, wegen Personalmangels soll es aber am Montag und Dienstag (6. und 7. Juli), nochmals geschlossen werden. Die Stadt Griesheim zeigte sich schockiert über den Vorfall und betont die Wichtigkeit der Sicherheit für alle Badegäste.
All diese Bäder greifen mit Security und Hausverboten durch, damit sich die überwiegende Mehrheit der anständigen Gäste weiter wohlfühlen kann.