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Sommer, Sonne, Straftat? Was Hessens Freibäder unternehmen

Sommer, Sonne, Straftat? - Was Hessens Freibäder dagegen machen

Heinrich-Fischer-Bad Hanau
© Michael Bauer/dpa

Freibäder sind auch immer wieder Schauplatz von Kriminalität. (Symbolbild)

Männer, die Kinder sexuell belästigen oder Mitarbeiter schlagen: Auch das gehört zur Realität in Hessens Freibädern. Doch wie häufig kommt so was vor und vor allem: Was wird dagegen gemacht?

Eigentlich sollen Freibäder Abkühlung, Entspannung und Freude bringen. Doch gerade, wenn an heißen Tagen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, kann der Badespaß schnell vorbei sein. Sexuelle Übergriffe und Angriffe auf Mitarbeiter hat es auch dieses Jahr schon gegeben. 

Wie viele und welche Straftaten gibt es in Schwimmbädern?

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Polizei Westhessen im Bundesland 895 Straftaten in Schwimmbädern erfasst - dabei werden sowohl Hallen- als auch Freibäder gezählt. Die allermeisten Taten waren laut Polizei Diebstähle. Im Vergleich zu 2024 ging die Gesamtzahl der Fälle leicht zurück, damals waren es noch 968 Straftaten gewesen.

Mehr Sexualstraftaten

Die Zahl der Sexualstraftaten hingegen erhöhte sich im Jahresvergleich von 2024 bis 2025 von 74 auf 87. Von den 87 Sexualdelikten im vergangenen Jahr wurden demnach 78 aufgeklärt. Und auch sogenannte Rohheitsdelikte gab es häufiger. Darunter fasst die Polizei etwa Körperverletzungsdelikte und Delikte gegen die persönliche Freiheit zusammen. Sie stiegen den Angaben nach von 106 auf 115. Die Polizei Nordhessen teilte für ihren Bereich mit: "Im Jahr 2024 wurden eine Sexualstraftat, die aufgeklärt wurde, sowie sechs Rohheitsdelikte, von denen fünf aufgeklärt werden konnten, erfasst." 2025 seien fünf Sexualstraftaten in der Statistik registriert worden, von denen vier aufgeklärt worden seien. "Zudem wurden fünf Rohheitsdelikte registriert, von denen ebenfalls vier aufgeklärt werden konnten."

Gab es dieses Jahr auch schon Sexualstraftaten in Freibädern?

Da die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik stammen, liegen noch keine Zahlen für das laufende Jahr vor. "Wir können Ihnen aber bereits mitteilen, dass sich die Fallzahlen bislang auf einem gleichbleibenden Niveau zum Vorjahr befinden", schreibt die Polizei Westhessen. 

Bekannte Fälle

Von einigen Fällen hingegen wurde bereits berichtet. So gab es etwa in Griesheim vor kurzem einen tätlichen Angriff auf Mitarbeiter. Ende Juni wurden laut Polizei drei Jugendliche in einem Schwimmbad in Frankfurt unter Wasser unsittlich von einem Mann berührt. Der 31-Jährige sei festgenommen worden, teilte die Polizei vergangene Woche mit. 

Mehrere Vorfälle in Frankfurt

Am Wochenende davor war es zu zwei weiteren mutmaßlichen Straftaten gekommen. Ein 25-Jähriger soll in einem Freibad in Frankfurt zwei Mädchen sexuell belästigt haben. In einem anderen Frankfurter Schwimmbad soll ein 50 Jahre alter Mann Kinder an einer Wasserrutsche sexuell belästigt haben. Der Mann soll laut Zeugen am Ende einer Wasserrutsche gestanden und dort zwei rutschende Kinder "aufgefangen" haben, teilte die Polizei damals mit. "Hierbei soll es zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein." Auf Anfrage teilte die Polizei Frankfurt mit, dass die vergangene Hitzewelle und die hohen Besucherzahlen in den Bädern "maßgebliche Einflussfaktoren für das temporär erhöhte Strafanzeigenaufkommen" seien.

Was heißt das für die Bäder konkret vor Ort?

In den Gießener Freibädern gebe es zwar "immer wieder mal Meinungsverschiedenheiten zwischen den Badegästen", erklärte ein Sprecher der Stadtwerke Gießen. Von sexuellen Übergriffen sei aber in der bisherigen Saison nichts bekannt. Generell greife das Personal in den Freibädern Ringallee, Kleinlinden und Lützellinden bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung entsprechend ein. 

Sommerliches Wetter - Hessen
© Andreas Arnold/dpa

Die Polizei sagt, Freibäder seien keine Kriminalitätsschwerpunkte. (Symbolbild)

Es komme vor, dass die Gießener Bäder je nach Sachlage auch ein Hausverbot aussprechen und zur Ermittlung die Polizei einschalten würden. Für Sicherheit werde durch einen den Erfordernissen angepassten Dienstplan, ausreichend Fachpersonal sowie einen Sicherheitsdienst an besucherstarken Tagen gesorgt.

Hausverbot in Hanau

Die Stadt Hanau berichtete auf Nachfrage von zwei Fällen, in denen der Verdacht bestehe, dass Mädchen im Bad unsittlich berührt worden seien. "Hier wurde man von Seiten der Hanau Bäder GmbH sofort aktiv und meldete den Vorfall bei der Polizei. Zudem bekam die entsprechende Person Hausverbot in den Hanauer Bädern." Außerdem habe es eine Auseinandersetzung gegeben, bei der die Polizei alarmiert und ein Hausverbot verhängt worden sei.

Was wird dagegen gemacht?

"Die Sicherheit der Gäste steht an erster Stelle", schreibt die Stadt Hanau. "Daher gibt es sowohl im Heinrich-Fischer-Bad in der Innenstadt als auch im Lindenaubad in Hanau-Großauheim einen Sicherheitsdienst. Viele Sicherheitsdienst-Mitarbeiter sind auch rettungskundig." Das helfe, die Sicherheit neben und in den Becken zu erhöhen. "Für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher in Schwimmbädern sind grundsätzlich die Betreiber verantwortlich", schreibt die Polizei. "Diese setzen auf Sicherheitskonzepte, Aufsichtspersonal und bei Bedarf auch auf den Einsatz privater Sicherheitsdienste."

Polizei berät Betreiber

Vor Beginn der Freibadsaison habe es mehrere Präventionsmaßnahmen gegeben - die Polizei sei aktiv auf die Betreiber zugegangen, habe Sensibilisierungsveranstaltungen durchgeführt und Infoblätter verteilt. "Darüber hinaus bietet die hessische Polizei den Betreibern Sicherheitsberatungen an. Auch während der laufenden Freibadsaison stehen die Fachberaterinnen und -berater der Polizei jederzeit gerne unterstützend zur Verfügung." Die Polizei Frankfurt veranstaltete für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Frankfurter Bäder einen Workshop, an dem laut eigener Aussage etwa 100 Menschen teilnahmen. 

Sind Schwimmbäder sichere Orte?

Schwimmbäder in Hessen stellen keinen Kriminalitätsschwerpunkt dar, wie alle angefragten Polizeistellen mitteilten. "Die große Mehrheit der Badegäste verbringt ihren Aufenthalt friedlich. Polizeiliche Einsätze stellen, gemessen an der hohen Zahl der Besucherinnen und Besucher, wenige Einzelfälle dar." Dort, wo Bürgerinnen und Bürger und insbesondere Familien mit ihren Kindern Spaß und Erholung suchten, habe Gewalt nichts zu suchen, hieß es. "Die Polizei verfolgt entsprechende Straftäter mit aller Konsequenz."

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