So erkennt ihr das seltene Tier - Comeback der Schwarzstörche in Weilrod
Erst die Meldung, man habe einen gesehen. Ein paar Tage später war auch der Zweite da. Und inzwischen? Hat das Forstamt Weilrod sogar Nachweise von Küken. Es ist eine richtig schöne Überraschung: Die Schwarzstörche sind zurück - nach drei Jahren Pause.
„Er war jetzt drei Jahre nicht da und dann freut man sich natürlich wirklich sehr", sagt Bhavana Kaiser, Försterin beim Forstamt Weilrod, im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Dass die seltenen Vögel diesmal sogar Nachwuchs großziehen, macht die Rückkehr noch ein bisschen schöner. Mindestens drei, womöglich sogar vier Jungtiere sind es - ganz genau weiß man es noch nicht.
Wo genau? Das bleibt Geheimnis
Der Horst - so heißt das Nest der Störche - befindet sich irgendwo zwischen Grävenwiesbach und Usingen, gut zwölf bis dreizehn Meter hoch in einem Baum. Mehr will das Forstamt nicht verraten.
„Wir sagen nicht, wo die Horste sind, weil die Tiere sehr, sehr, sehr störungsempfindlich sind", erklärt Kaiser. Damit die Störche bleiben - und im nächsten Jahr wiederkommen.
Eigentlich müssten sie „Grünschillerstörche" heißen
Schwarzstörche sind deutlich scheuer als ihre weißen Verwandten - und eigentlich ist der Name ein bisschen irreführend. „Wenn die in der Sonne stehen, sind die richtig schön grün schillernd bunt", sagt Kaiser. Erwachsene Tiere haben leuchtend rote Schnäbel und rote Beine, die Jungen dagegen graue.
Und wer einen Storch im Wald sieht: Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Schwarzstorch - denn Weißstörche meiden den Wald. Am besten zu beobachten sind die Tiere gerade auf der Futtersuche - in den Wiesentälern und Waldtälchen des Taunus, an Bächen oder kleinen Fischtümpeln. Im tiefen Wald selbst hat man kaum eine Chance.
Bis zu 20 Kilometer weit - für ein Stück Fisch
Damit die Störche in Weilrod gut versorgt sind, hat das Forstamt in den vergangenen Jahren einiges getan: kleine Tümpel angelegt, sogenannte Himmelsteiche und Wasserrückhaltebecken, die als Speisekammer dienen sollen.
Denn die Elterntiere müssen für ihren Nachwuchs teilweise bis zu 20 Kilometer weit fliegen - eine stolze Strecke. „Praktisch zum nächsten Shopping einmal 20 Kilometer und dann mit vollem Einkaufstütchen zurück", beschreibt Kaiser die Strecke schmunzelnd.
Unklar, warum die Störche weg waren
Sind es überhaupt die gleichen Störche wie früher? Das weiß man schlicht nicht. Die Tiere sind nicht beringt, und als Zugvögel, die in Afrika überwintern, kann auf dem langen Weg viel passieren. „Es kann sein, dass ein Partner verstorben ist, kann sein, dass beide Partner verstorben sind", sagt Kaiser nüchtern.
Wer auch immer da oben im Horst sitzt - die alten Bekannten oder Newcomer, bleibt offen. Wichtig ist: Sie sind da. Und das ist für Bhavana Kaiser nach drei Jahren die wichtigste Nachricht. „Ich hatte in dem Fall die Hoffnung fast schon aufgegeben - aber da war ich wahrscheinlich zu pessimistisch."