Schon zum dritten Mal - Biberdamm in Breuberg komplett zerstört
Schon zum dritten Mal ist in Breuberg im Odenwald ein Biberdamm zerstört worden. Die Stadt hat jetzt Anzeige erstattet und hofft auf Hinweise. Dem Täter droht ein empfindliches Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
“Wie Sie sehen sehen Sie nichts” - Dieser scherzhafte Satz beschreibt die Situation in Breuberg unweit eines Spielplatzes in der Talstraße wohl am besten. Bereits zum dritten Mal ist dort ein Biberdamm in der Mümling beschädigt worden. Unbekannte haben das Bauwerk jetzt vollständig zerstört, wie Bürgermeisterin Deirdra Heckler am FFH-Mikrofon bestätigt.
Bis zu 50.000 Euro Strafe wegen zerstörtem Biberdamm
Die Stadt will den Tätern das Handwerk legen und hat Anzeige erstattet. Weil Biber unter Naturschutz stehen, droht dem Täter laut Bundesnaturschutzgesetz eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro, sollte er gefasst werden. Durch die Beschädigung am Damm ist das aufgestaute Wasser vollständig abgeflossen. Der Lebensraum der Biber sei dadurch “erheblich beeinträchtigt”, hieß es von der Stadt.
Biber baut Damm vermutlich nicht mehr auf
In der Regel baue der Biber den Damm wieder auf, wenn er ihn brauche, sagt Bernhard Saul vom Breuberger NABU zu HIT RADIO FFH. Doch das sei bei dem jüngsten Fall unwahrscheinlich, weil der Bau lediglich ein Versorgungsdamm gewesen sei und nicht zum Wohnen gedient hätte. Um an sein Futter zu kommen, müsse das Tier in Zukunft längere Wege zurücklegen.
Stadt wollte Damm gezielt stehen lassen
Bürgermeisterin Heckler sagte, es habe keine Notwendigkeit gegeben, den Damm abzureißen. Wäre es zu Starkregen oder Überschwemmungen in dem Bereich der Mümling gekommen, hätte die Stadt die Genehmigung gehabt, ihn anzupassen. Außerdem habe man Rücksprache mit dem Grundstücksbesitzer und den Anwohnern gehalten.