Tina Ganns Rhein-Reise - Ein Lauf um Leben und Tod
Die ehemalige Hospizleiterin Tina Gann ist auf einer ungewöhnlichen Reise: Sie läuft gut 800 Kilometer entlang des Rheins, um mit Menschen über das Leben und den Tod ins Gespräch zu kommen. Für ihren sogenannten “Lauf gegen die Angst” ist die frühere Leiterin zweier Hospize seit dem 9. September von Basel aus unterwegs.
Ziel ist nach 35 Tagen Arnheim in den Niederlanden. Wir haben mit der 53-Jährigen auf ihrer Zwischenstation in Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) gesprochen.
Austausch über die Endlichkeit
Mit dem Projekt verbindet die Buchautorin („Den Tod umarmen“) laut eigenen Angaben ihre beruflichen Erfahrungen aus der Sterbebegleitung und ihrer eigenen Brustkrebserkrankung. Es geht ihr dabei aber nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um den Austausch über die Endlichkeit.
Der Fluss als Symbol
Die Route entlang des Rheins habe sie aus mehreren Gründen ganz bewusst gewählt. So durchquere der Fluss die Schweiz, Deutschland und die Niederlande – Länder mit teils völlig unterschiedlichen Gesetzen zur Sterbehilfe, wie die Läuferin aus Odernheim im Kreis Bad Kreuznach erzählt. Die Hobby-Läuferin möchte die Menschen deshalb dazu anregen, über das Sterben in unserer Gesellschaft nachzudenken. Gleichzeitig stehe das fließende Wasser für stetige Veränderung und das Leben selbst.
Gemeinsam auf der Strecke
Auf ihrem Weg muss und will die ehemalige Hospizleiterin aber nicht allein bleiben. Interessierte können sich ihr jederzeit anschließen, egal ob für eine ganze Etappe oder nur wenige Meter. Ob mit Kinderwagen oder im Rollstuhl spiele dabei absolut keine Rolle.
Abendveranstaltungen am Streckenrand
Neben dem gemeinsamen Laufen gibt es auch abendliche Lesungen und Gespräche, um das Thema Tod weiter zu enttabuisieren.