Sie hatte sehr gute Nachrichten - Polizei klingelt Mann aus dem Bett
Wenn die Polizei mitten in der Nacht sturmklingelt, verheißt das meist nichts Gutes. In Bingen haben Beamte einen Mann jetzt aber mit einer rettenden Nachricht aus dem Tiefschlaf geholt. Für eine Angehörige stand ein dringend benötigtes Spenderorgan bereit.
Eine Universitätsklinik hatte sich laut Polizei nachts hilfesuchend an die Dienststelle gewandt. Für eine Patientin lag ein passendes Organ bereit. Die Mediziner konnten die 65-Jährige unter den bekannten Nummern jedoch nicht telefonisch erreichen.
Vehementes Klopfen an der Haustür
Die Polizeiinspektion Bingen schickte direkt einen Streifenwagen zur Wohnanschrift. Und die Beamten vor Ort waren beharrlich: Sie klingelten vehementes Klingeln und klopften laut und weckten so schließlich den Sohn der Frau. Dieser informierte seine Mutter unverzüglich. Die Frau, die eine neue Leber braucht, machte sich auf den Weg ins Krankenhaus.
Jede Minute zählt
Bei Spenderorganen drängt oft die Zeit. Ein Herz kann nach der Entnahme beispielsweise nur etwa vier Stunden konserviert werden, während eine Niere mehr als 20 Stunden überbrückt werden kann.
Jahrelanges Warten auf Rettung
Für die meisten Patienten bedeutet der Anruf aus der Klinik das Ende einer langen Leidenszeit. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten Menschen im Schnitt acht Jahre auf eine neue Niere.
Bedarf ist weiterhin riesig
Bundesweit warten Tausende Menschen auf einen erlösenden Anruf. Zuletzt standen mehr als 8.100 Personen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Zwar erreichte die Zahl der Organspender mit 985 Spendern im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Laut der DSO reicht dies aber weiterhin nicht aus, um den gewaltigen Bedarf zu decken. Umso glücklicher dürfte die Familie in Bingen über den erfolgreichen nächtlichen Polizeieinsatz gewesen sein.