Wald in Südhessen "gestresst" - Was sich am Felsenmeer jetzt ändern soll
Das Felsenmeer in Lautertal lockt jährlich rund 200.000 Besucher an – doch der immense Ansturm setzt dem Waldgebiet massiv zu. Das Klettern und Wandern bleibt auf den Felsen weiter erlaubt, aber abseits davon gelten künftig strengere Regeln.
Weil viele Ausflügler abseits der bestehenden Wege unterwegs sind, wird der empfindliche Waldboden stark beschädigt. Baumwurzeln werden laut Regierungspräsidium Darmstadt freigelegt, alte Bäume gehen ein und junge Pflanzen können nicht mehr nachwachsen.
Klettern bleibt weiter erlaubt
Auf einer Konferenz im Lautertaler Rathaus haben sich Vertreter verschiedener Gruppen nun auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Das Ziel: Das Klettererlebnis auf dem berühmten Blockmeer soll erhalten bleiben, heißt es von der Behörde. Gleichzeitig müssen die großen Besucherströme künftig gezielt auf markierten Wegen gelenkt werden, um die sensiblen Flächen des Naturschutzgebietes zu schonen.
Sperrung von Trampelpfaden
Künftig sollen die erlaubten Pfade an jedem Punkt eindeutig und intuitiv erkennbar sein – auch im Halbdunkel. Sogenannte Trampelpfade quer durch den Wald sollen dagegen komplett gesperrt werden. Das diene nicht nur der Natur, sondern schütze die Besucher den Angaben zufolge auch vor herabstürzenden Ästen und instabilen Bäumen. Zudem ist geplant, bestehende Stufenwege zu sanieren.
Ranger und neue Infotafeln
Die Pläne stoßen bei den Beteiligten aus Naturschutz, Tourismus und Kommunen auf Zustimmung. Um das Felsenmeer für kommende Generationen zu bewahren, soll es künftig deutlich mehr Aufklärung vor Ort geben. Im Gespräch sind laut Regierungspräsidium neue Informationstafeln, digitale Angebote und die direkte Ansprache durch einen Ranger-Dienst der Gemeinde. Für die Wiederherstellung einer Brücke über den Blockstrom sollen zudem Spenden gesammelt werden.