Nach Hochhaus-Räumung - Mieter dürfen nach 16 Monaten zurück
16 Monate nach der dramatischen Evakuierung des Erloch-Hochhauses in Babenhausen rückt eine Rückkehr der Bewohner näher. Nachdem Teile der Fassade in die Tiefe gestürzt waren, stand das Gebäude leer. Nun könnten die Mieter Ende Oktober wieder in ihre Wohnungen einziehen.
Am Gebäude tut sich wieder einiges. Laut der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sind die Gerüste an der Außenseite bereits aufgestellt. Auch im Inneren des elfgeschossigen Hauses laufen die Arbeiten auf Hochtouren, um einen Wiederbezug zu ermöglichen.
TÜV gibt Wasserpumpen frei
Die Anlagen, die im Brandfall Löschwasser bis in die oberen Stockwerke pumpen, wurden den Angaben zufolge vom TÜV abgenommen und für funktionsfähig erklärt. Zudem haben in den Treppenhäusern die zwingend geforderten Brandschutzarbeiten begonnen. Laut WEG-Verwaltungsbeirat stehen die Wände bereits, müssen aber noch verputzt und mit Türen versehen werden.
Warten auf die Bauaufsicht
Die Eigentümer stehen nach eigenen Angaben im engen Austausch mit der Bauaufsicht des Landkreises. Zu den Voraussetzungen für den Wiederbezug gehört unter anderem eine Spezialanlage, die im Ernstfall den Rauch aus den Treppenhäusern spült. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind und die Unterlagen vorliegen, hofft man auf schnellstmögliches grünes Licht der Behörde.
Wasser-Test steht bevor
Bevor die ersten Umzugskartons geschleppt werden können, steht noch eine entscheidende Prüfung an. Demnächst soll das Wasser im gesamten Haus wieder angestellt werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass alle Leitungen nach der langen Standzeit dicht geblieben sind.
Trümmer im Eingangsbereich
Vor über einem Jahr hatte sich am Gebäude ein rund 25 Quadratmeter großes Fassadenteil gelöst und war auf den Eingangsbereich gekracht. Zum Glück wurde damals niemand verletzt. Wegen der Absturzgefahr weiterer Teile mussten die 186 Bewohner das Gebäude jedoch mitten in der Nacht verlassen und wurden zeitweise in einer Stadthalle untergebracht.
Millionen-Sanierung geplant
Selbst nach dem Einzug bleibt das Gebäude vorerst eine Baustelle. Laut Eigentümervertretung müssen die freiliegende Nordfassade noch gedämmt und das Dach komplett erneuert werden. Die Kosten dafür sollen sich auf rund 1,3 Millionen Euro belaufen. Wie hoch der finanzielle Anteil für die einzelnen Eigentümer am Ende genau ausfällt, steht noch nicht fest. Möglicherweise übernimmt die Versicherung einen Teil des Schadens.