Am Samstag beim Schanzenlauf - Feuerwehr Kleestadt stürmt Oberstdorf
Wenn Feuerwehrleute mit 25 Kilo Zusatzgewicht und Atemschutzmaske Treppen steigen, bis der Schweiß in der Maske steht - dann ist das kein Einsatz, sondern Vorbereitung auf den härtesten Treppenlauf Deutschlands.
Marcel Fäth und Leon Bartusch von der Freiwilligen Feuerwehr Kleestadt (Stadtteil von Groß-Umstadt) treten am Samstag (17.10.) beim Schanzenlauf Oberstdorf an und haben sich dafür ein ungewöhnliches Trainingsrevier gesucht: den Altbau des Krankenhauses in Groß-Umstadt.
1.000 Stufen, 207 Höhenmeter, volle Montur
Der Schanzenlauf Oberstdorf führt die Teilnehmer über die Heini-Klopfer-Skiflugschanze - normalerweise die Startrampe für Skispringer, an diesem Wochenende aber Schauplatz eines Treppenlaufs über mehr als 1.000 Stufen und 207 Höhenmeter. Besonders macht den Wettkampf, dass die Zweier-Teams - so auch Marcel und Leon - in kompletter Feuerwehrmontur mit Atemschutzgerät antreten.
25 Kilo Zusatzgewicht im Treppenhaus
Wie anspruchsvoll das ist, erklärten die beiden Feuerwehrmänner beim Trainingsbesuch von HIT RADIO FFH: Zum eigenen Körpergewicht kommen zwischen 20 und 25 Kilogramm an zusätzlicher Ausrüstung hinzu, die während des gesamten Laufs getragen werden. Trainiert haben Marcel und Leon dafür im zwölfstöckigen Altbau des Krankenhauses in Groß-Umstadt - fünfmal rauf und fünfmal runter, macht nach ihren Angaben rund 1.200 Treppenstufen pro Einheit. Nach einer solchen Einheit ist die Erschöpfung deutlich zu spüren: "Der Kopf ist rot und der Körper ist geschwitzt", so Marcel, unter der Maske werde es "einfach sauwarm".
Schweißtreibende Generalprobe
Die Ausrüstung lässt kaum Wärme entweichen, wie die Feuerwehrleute im Gespräch mit FFH deutlich machen: Durch die Brandschutzkleidung bleibe die Hitze komplett im Anzug. Entsprechend durchnässt ist die Kleidung nach dem Training - "pitschnass bis auf die Unterhose".
Premiere für die Kleestädter
Für Marcel und Leon ist es die erste Teilnahme am Schanzenlauf, entsprechend vorsichtig fällt ihre eigene Einschätzung aus: Die Gegebenheiten vor Ort kennen sie noch nicht, aufs Treppchen werden sie es nach eigener Einschätzung wohl nicht schaffen - "aber der Wille ist da".
Veranstaltung zum vierten Mal
Die Latte liegt hoch: Die Veranstaltung wird in diesem Jahr zum vierten Mal ausgetragen. Die etwa 300 Startplätze für Zweier-Teams waren nach Angaben der zuständigen Feuerwehr in Oberstdorf innerhalb von 13 Minuten ausgebucht - ein Zeichen für die wachsende Beliebtheit des ungewöhnlichen Formats.