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So rüsten sich Hessens Feuerwehren für die steigende Waldbrandgefahr

Waldbrandgefahr nimmt stetig zu - So rüsten Hessens Feuerwehren auf

Mehr als 240 Waldbrände mussten die Feuerwehren in Hessen in diesem Sommer löschen. Experten erwarten für die nächsten Jahrzehnte ein noch höheres Waldbrandrisiko – durch Trockenheit und Hitze. Jetzt wollen die hessischen Feuerwehren aufrüsten, um in Zukunft noch besser auf diese kräftezehrenden Einsätze reagieren zu können.

Das fängt schon bei der Ausrüstung an: Für „normale“ Einsätze, etwa bei Hausbränden, haben die Feuerwehrleute ihre zwei- bis  vierlagige Einsatzkleidung an. Diese sei für Brände im Freien mit stundenlangen Einsätzen in der Sommerhitze nicht geeignet, sagt Christan Rossel, Kreisbrandinspektor vom Rheingau-Taunus-Kreis. Wichtig werde die Beschaffung von leichter, einlagiger Einsatzkleidung.

Tragekörbe mit der wichtigsten Ausrüstung

Ausgerüstet sind die hessischen Feuerwehren schon länger mit sogenannten Tragekörben, mit denen sich das wichtigste Material für die Waldbrand-Bekämpfung transportieren lässt. Unter anderem ist dort ein deutlich schmalerer Schlauch drin: „Wir müssen schnell vorrücken bei Waldbränden. Mit diesen Schläuchen lässt sich leichter hantieren als mit den normalen, dicken Schläuchen“, so Rossel.

10.000 Liter-Wassertanks, um genug Nachschub in den Wald zu bringen

Im Rheingau-Taunus-Kreis ist geplant, noch in diesem Jahr ein oder zwei spezielle Wassertanks anzuschaffen. Damit lassen sich 10.000 Liter Wasser mit Transportfahrzeugen zu Einsatzstellen transportieren. Denn: Im Wald stehen natürlich keine Hydranten, um dauerhaft Zugriff auf Wasser zu haben. Wichtig wird in Zukunft sein, geländegängigere Fahrzeuge zu beschaffen. „Als Beispiel lässt sich da ein Unimog nennen, also ein Fahrzeug, das kompakt ist, Bodenfreiheit bietet im holprigen Wald und mit dem sich gut vorankommen lässt“, sagt der Kreisbrandinspektor, der selbst über 25 Jahre Feuerwehr-Erfahrung hat.

FFH-Reporter Benjamin May lässt sich von Christian Rossel, Kreisbrandinspektor vom Rheingau-Taunus-Kreis, erklären wie der Löschrucksack funktioniert. 

Kreisbrandinspektor Rossel: "Wir müssen umdenken"

Christian Rossel ist Kreisbrandinspektor vom Rheingau-Taunus-Kreis. Die Intensität der Einsätze 2022 hat ihn überrascht

Kreisbrandinspektor Rossel: "Geländegängige Fahrzeuge werden gebraucht, unsere kommen ans Limit"

Christian Rossel ist Kreisbrandinspektor vom Rheingau-Taunus-Kreis. Für die Einsätze im Wald braucht es aus seiner Sicht andere Fahrzeuge.

Kreisbrandinspektor Rossel: "Mit 10.000 Liter-Tanks zur Einsatzstelle"

Christian Rossel ist Kreisbrandinspektor vom Rheingau-Taunus-Kreis. Dort sollen riesige Wassertanks helfen, genug Wasser in den Wald zu transportieren.

© HIT RADIO FFH

Waldbrände sind für die meist ehrenamtlich tätigen Helfer eine extreme Herausforderung: „Wir hatten den Fall, dass wir im Wald an eine Schlucht kamen. Es musste mit Leitern acht Meter abwärts geklettert werden, mit allem Material, um danach wieder hochzuklettern“, sagt Christian Rossel.

Umdenken auch bei der Aus- und Fortbildung

In den nächsten Wochen und Monaten wollen die Verantwortlichen im Landkreis besprechen, was alles beschafft werden muss und wie die Feuerwehrausbildung in Zukunft aussehen soll. „Klar ist, dass wir das Thema Vegetationsbrände als eigenes Ausbildungsthema einführen“, so der Kreisbrandinspektor. 

Nicht nur Hessens Feuerwehren sind gefordert

© dpa

Auch die Forstämter Hessens werden bei einer steigenden Anzahl von Waldbränden stärker gefordert sein (Archivfoto).

Forstämter beobachten Entwicklung

Doch nicht nur die Feuerwehren in Hessen passen ihre Arbeit an die steigenden Herausforderungen durch Waldbrände an. Auch die Forstämter beobachten die Entwicklungen und es gäbe bereits Gespräche mit dem zuständigen Katastrophenschutz, sagt uns der Leiter des Forstamtes Herborn, Jochen Arnold.

Förster: Nimmt extrem viel Zeit in Anspruch

Arnold selbst hat sich zuletzt gut zwei Wochen lang nur mit den großen Waldbränden im Lahn-Dill-Kreis beschäftigt, über die auch HIT RADIO FFH berichtet hat. Das kommt "on top" zu seinen sonstigen Aufgaben als Forstamtsleiter, sagt er unserer Reporterin.

Forstamtsleiter Arnold: "Wald wird wiederkommen"

Jochen Arnold ist Leiter des Forstamts Herborn

Forstamtsleiter Arnold: "Ein kleiner Funke reicht bei der Trockenheit der letzten Wochen"

Jochen Arnold ist Leiter des Forstamts Herborn

© HIT RADIO FFH

Künftig müsse geprüft werden, welche Gebiete in Hessen besonders waldbrandgefährdet sind, um dort gegebenenfalls ein Frühwarnsystem eingeführen zu können. Dabei stehe man auch im Austausch mit Bundesländern wie Brandenburg oder Niedersachsen, die noch häufiger als Hessen mit Waldbränden zu kämpfen haben, um die dortigen Maßnahmen entsprechend zu übertragen. Die Maßnahmen 1:1 übernehmen geht jedoch nicht, da es natürlich von Wald zu Wald unterschiedliche Voraussetzungen gibt, erklärt Jochen Arnold.

Waldstück wird sich vom Brand erholen

Aber er macht auch Hoffnung, denn er sagt: Das völlig niedergebrannte Waldstück nördlich von Dillenburg wird sich mit ausreichend Regen von den Folgen der Flammen erholen: "Der Wald wird nicht lange tot sein. Viele Nährstoffe sind da und alles, was jetzt an Baumsamen von außen in die Fläche reingetragen wird, wird die Fläche schon im nächsten Jahr ziemlich schnell wieder begrünen."

"Bei Waldbränden schlecht aufgestellt"

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg sehen die Einsatzkräfte viel Nachholbedarf. "Wir sind bei Waldbränden in Deutschland relativ schlecht aufgestellt", sagt Kreisbrandinspektor Heiko Schecker. Viele Feuerwehrleute seien dafür nicht gut genug ausgebildet. Er will deswegen jetzt mehr Fortbildungen anbieten. Kreis und Kommunen müssten außerdem stärker zusammenarbeiten. Alleine könne eine kleine Gemeinde-Feuerwehr keinen Waldbrand stoppen. Erst im August bekämpften in Münster bei Dieburg tausende Einsatzkräfte tagelang einen der größten Waldbrände in Hessen in diesem Jahr.

FFH-Reporterin Dominique Bundt im Lahn-Dill-Kreis

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