Sicherheit an Bahnhöfen: Nur noch mit Ticket zu Bahngleisen?
Vorstoß aus Hessen - Nur noch mit Ticket zu den Bahngleisen?
Wer zum Zug will, soll künftig vorher ein Ticket vorzeigen müssen: Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori fordert bauliche Zugangssperren an großen Bahnhöfen - um die Sicherheit dort zu erhöhen. Bei den Verkehrsministern der Länder stößt der Vorstoß allerdings noch auf Gegenwind.
Der Plan sieht vor, dass nur noch Menschen mit einem gültigen Fahrschein überhaupt auf die Bahnsteige gelangen dürfen. „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber alles, was hilft, muss auf den Tisch", wird Mansoori in einer Mitteilung zitiert.
Blick auf den Knotenpunkt Frankfurt
In vielen anderen Ländern seien solche Zugangskontrollen vor den Gleisen längst Standard, heißt es von Mansoori. Gerade an großen Knotenpunkten wie in Frankfurt am Main ließe sich durch solche Schranken das Sicherheitsgefühl in Regional-, S- und U-Bahnen deutlich verbessern.
Keine Einigung bei Ministerkonferenz
Hessen hatte den Vorschlag bei der Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern auf den Tisch gelegt und eine gemeinsame Prüfung gefordert. Dort wurde die Idee den Angaben zufolge jedoch kontrovers diskutiert. Eine Einigung über mögliche Barrieren kam nicht zustande.
Ursachen statt Symptome bekämpfen
Trotzdem hält der Minister an dem Ansatz fest. Es gehe darum, das Problem an der Wurzel zu packen. Bisher sei es oft sehr leicht, völlig ohne Ticket in einen Zug zu spazieren. Eine bessere Kontrolle direkt am Zugang stärke das System.
Teil eines größeren Sicherheitskonzepts
Bauliche Maßnahmen allein reichen laut Mansoori aber nicht aus. Wer Bahnhöfe als sichere Orte erhalten wolle, müsse strukturelle Antworten diskutieren. Die Zugangssperren müssten demnach in ein umfassendes Konzept eingebettet sein, zu dem auch mehr Präsenz von Sicherheitspersonal, intelligente Videoüberwachung und geschulte Mitarbeiter gehören.