5. Jahrestag der Ahrtalflut: So weit ist der Wiederaufbau
5 Jahre nach Flutkatastrophe - So weit ist der Wiederaufbau im Ahrtal
Genau fünf Jahre ist sie her - die Flutkatastrophe im Ahrtal mit 136 Toten alleine in Rheinland-Pfalz. Zum Jahrestag ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schnieder heute den ganzen Tag dort unterwegs. Auch Bundespräsident Steinmeier und Kanzler Merz kommen.
An vielen öffentlichen Gebäuden in Rheinland-Pfalz wehen die Flaggen heute auf Halbmast. Am Abend gibt es dann eine öffentliche Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler - mit Ansprachen und einem Posaunenchor. Vorher informieren sich Ministerpräsident Schnieder und Kanzler Merz über den Stand des Wiederaufbaus.
Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen
Die Infrastruktur einer ganzen Region wurde zerstört - zehntausende Häuser weggerissen, Schulen beschädigt, Brücken zerstört, Straßen überspült. Auch fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist der Wiederaufbau im Ahrtal in vielen Bereichen noch nicht abgeschlossen. Von rund 30 schwerbeschädigten oder zerstörten Brücken im klassifizierten Straßennetz wurden 14 wiederhergestellt, weitere neun werden aktuell geplant oder gebaut, wie das Mainzer Bauministerium informiert.
Von 17 betroffenen Schulen sind zwei fertig aufgebaut, zwölf werden saniert und für drei sind Ersatzneubauten vorgesehen. Die Deutsche Bahn hat den Wiederaufbau der von der Flut betroffenen Bahnstrecken nach eigenen Angaben abgeschlossen - alle Bahnen fahren wieder. Auch bei Kirchen, Krankenhäusern und der kommunalen Infrastruktur laufen zahlreiche Wiederaufbauprojekte weiter.
Menschen kämpfen mit psychischen Folgen
Noch immer haben einige Menschen aus den Hochwasser-Gebieten mit den psychischen Folgen zu kämpfen. "Die Anrufe sind natürlich weniger geworden, aber der Bedarf ist noch da", sagt Michael Mönks vom Netzwerk psychosoziale Hilfe Bad Münstereifel. "Viele Menschen waren erstmal mit dem Wiederaufbau beschäftigt und haben ihre Emotionen verdrängt – doch die kommen dann auf einmal hoch." Häufig sei ein bestimmter Anlass wie der Jahrestag der Auslöser.
Katastrophenschutz angepasst
Nachdem die Flut schonungslos offengelegt hat, was beim Katastrophenschutz schlecht läuft, wurden verschiedene Programme aufgelegt, um technische Mittel und den Ausbildungsstand der lokal Verantwortlichen zu verbessern. Wenige Wochen nach der Katastrophe legte der damalige Bundesinnenminister, Horst Seehofer (CSU), ein Sirenen-Förderprogramm auf. Damit wollte der Bund den Ländern helfen, ihre Warn-Infrastruktur auf Vordermann zu bringen.
Um den sogenannten Warnmittel-Mix insgesamt zu verbessern, kam Cell Broadcast als weiterer Übertragungsweg hinzu. Damit können Warnmeldungen direkt an alle Mobiltelefone gesendet werden, die zu einem Zeitpunkt in einem bestimmten Gebiet im Netz sind.
Flut eine beispiellose Katastrophe
Bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war es nach Starkregen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 zu einer verheerenden Sturzflut gekommen. Dabei starben 136 Menschen in Rheinland-Pfalz, 49 in Nordrhein-Westfalen. Als die Flut kam, riss sie Autos, Häuser und Leben mit sich. Es folgte für viele Menschen eine harte Zeit voll Trauer, Frust und erzwungenen Neuanfängen.