Schiersteiner Hafen betroffen - Wasserpest bremst Wassersportler aus
Eine glitschige Pflanze macht in diesem Jahr Freizeitsportlern besonders zu schaffen - die Wasserpest. Auch an hessischen Gewässern wuchern die Kanadische Wasserpest sowie die Schmalblättrige Wasserpest und treiben Vorständen von Wassersportvereinen die Sorgenfalten auf die Stirn. Im Kampf gegen den Bewuchs wird nun im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden ein Mähboot eingesetzt.
Probleme mit diesen Wasserpflanzen träten zwar immer wieder auf, sagt Stefan Hausmann, Vorstandsmitglied beim Wassersport-Verein Schierstein. Aber noch nie sei der Bewuchs so hoch gewesen und habe so weit in das Hafenbecken hineingeragt. Das wirke sich auf den Trainingsbetrieb aus, Veranstaltungen seien abgesagt worden, darunter Regatten mit Kanus, Drachenbooten und Segelbooten sowie ein Bootskorso.
Wasserpest ist schwer zu bekämpfen
Auch wenn im Schiersteiner Hafen nun zunächst einmal Abhilfe geschaffen wird, es ist allenfalls eine vorübergehende Lösung. Denn die Wasserpest sei "sehr dominant", sagt Katharina Albert aus der Abteilung Naturschutz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Sie überwuchere andere Pflanzen und verbreite sich vegetativ, also beispielsweise auch über Vögel, wenn die Pflanzenteile irgendwo fallenlassen. "Man kriegt sie einfach schwer wieder raus", sagt Albert.
Was ist die Wasserpest?
Recht weit verbreitet ist in Gewässern in Hessen und Rheinland-Pfalz vor allem die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii). Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika, wie aus dem Artensteckbrief des Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervorgeht. Und sie kann binnen kurzer Zeit dichte Bestände bilden, aus kleinen Resten können schnell wieder neue Pflanzen wachsen. Das RP spricht von einem "großen Regenerationspotenzial".
Aus Kanada eingeschleppt
Seit 2017 gilt Elodea nuttallii laut einer EU-Verordnung als "invasive Art mit unionsweiter Bedeutung". Dem Landesamt für Umwelt (LfU) Rheinland-Pfalz zufolge hat sie die ursprünglich aus Kanada eingeschleppte und hierzulande zunächst noch häufiger vorkommende Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) größtenteils verdrängt. Elodea nuttallii sei insgesamt anpassungsfähiger, erklärte das LfU.
Gefahr für einheimische Arten - Einfluss auf Nahrungsketten
Die Schmalblättrige Wasserpest mit ihren bis zu einem Zentimeter langen zugespitzten Blättern und bis zu drei Metern langen Stägeln verbreitet sich vegetativ, wie es im Fachjargon heißt - also auch, indem Reste von ihr von Booten oder auch Vögeln in andere Gewässer oder Gewässerbereiche verschleppt werden.
Folgen für Wasserflöhe
In dichten Beständen kann die Wasserpest andere Pflanzen überwuchern und so einheimische Arten verdrängen. Außerdem könne sie zu einem Rückgang von Planktonalgen führen und damit Nahrungsketten beeinflussen, erklärt das RP weiter. Das kann zum Beispiel Folgen für Wasserflöhe haben, die Plankton fressen.