Millionenspritze für die Klinik - Binger Hospital wird zur Regioklinik
Das insolvente Heilig-Geist-Hospital in Bingen wird deutlich verkleinert und als sogenannte Regioklinik weitergeführt. Das haben der Binger Stadtrat und der Kreistag Mainz-Bingen entschieden.
Der Stadtrat Bingen und der Kreistag Mainz-Bingen haben in einer Sondersitzung entschieden, das insolvente Heilig-Geist-Hospital mit weiteren finanziellen Mitteln zu unterstützen. Die Stadt steuert 1,35 Millionen Euro bei, der Landkreis 1,29 Millionen Euro, um den Umbau in eine Regio-Klinik zu ermöglichen.
Hintergrund der Entscheidung
Bereits 2024 hatten die Stadt und der Landkreis als kommunale Gesellschafter der Betreibergesellschaft entschieden, das Hospital finanziell zu stabilisieren. Bis 2028 sollten 15,8 Millionen Euro zur Stabilisierung des Hauses beitragen – doch das Geld war bereits im Frühjahr 2026 nahezu aufgebraucht. Nach ergebnislosen Gesprächen mit Investoren und weiteren Verlusten war die Lage kritisch. Die Gehälter der Mitarbeiter hätten ab September nicht mehr sicher gezahlt werden können. Dann hätte die Klinik schließen müssen.
Das künftige Angebot
Nun soll das Heilig-Geist-Hospital in eine Regio-Klinik umgewandelt werden. Laut Gesundheitsminister Hoch ist dies die einzige Option, um alltägliche medizinische Notfälle in der Region abzufangen. Das Konzept einer Regio-Klinik sieht eine internistische Notaufnahme, Betten für bis zu 50 Personen, eine geriatrische Abteilung und eine Palliativ-Station vor. Eine umfassende 24/7-Notaufnahme ist jedoch aus Kostengründen nicht tragbar. Eine ambulante chirurgische Ambulanz steht aber im angeschlossenen MVZ bereit.
"Grundversorgung gesichert"
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt den Transformationsprozess mit 2,5 Millionen Euro. Auch Landrat Barth und der Binger Oberbürgermeister Feser betonen die Wichtigkeit des Standorts. „Eine Regio-Klinik bietet dem HGH und den Menschen in Bingen und der Region eine reelle Perspektive, während eine Schließung unwiederbringliche Folgen für die wohnortnahe Versorgung gehabt hätte. Auch wenn das Leistungsspektrum reduziert wird, so haben wir doch eine gesicherte Grundversorgung,“ sagt Feser.
Die neue Struktur der Regio-Klinik soll zum 1. Januar 2027 wirksam werden.