Europafinale in Kroatien - Mainzer Kinder bauen inklusiven Roboter
Einem Team der Martinus-Grundschule in Mainz-Weisenau ist ein besonderer Erfolg gelungen: Drei Neunjährige haben sich mit einem selbstgebauten, inklusiven Roboterstuhl für das Europafinale der World Robot Olympiad qualifiziert. Jetzt sucht die Schule nach weiteren Sponsoren für die Reise nach Kroatien.
Das Team "MartinusRobots" der schulinternen Lego-Robotik-AG hat beim Deutschlandfinale in Trier den sechsten Platz in der Kategorie "Future Innovators" abgeräumt. Damit vertreten die Mainzer Schüler nach Angaben der Stadt ihre Schule bei den europäischen Meisterschaften in Zagreb. Sie sind laut Mitteilung deutschlandweit das einzige Grundschulteam, das sich in dieser Kategorie für den Wettbewerb auf europäischer Bühne durchsetzen konnte.
Erfindung für mehr Teilhabe
Bei dem prämierten Projekt handelt es sich um einen sogenannten "Snoezelen-Chair". Der autonom fahrende Roboterstuhl soll Menschen mit Beeinträchtigungen dabei unterstützen, Kultur mit mehreren Sinnen zu erleben. Er verbindet den Angaben zufolge Bewegung, Musik, Licht und Vibrationen sowie Informationen auf Displays miteinander.
Fahren mit KI-Linse
Ein Abstandssensor soll dabei Hindernisse erkennen, während Motoren das selbstständige Fahren und Lenken übernehmen. Über eine eingebaute KI-Linse kann der Roboter zudem seine Umgebung erfassen und darauf abgestimmte Funktionen starten. Das soll die kulturelle Teilhabe für blinde, gehörlose oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen erleichtern, heißt es zu der Idee.
Lob aus dem Rathaus
Oberbürgermeister Nino Haase und Schuldezernent Ata Delbasteh gratulierten den jungen Talenten. Die Leistung der Kinder zeige eindrucksvoll, wie früh Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung zusammenfinden können, so Haase. Die Stadt Mainz greift dem Grundschul-Team für die anstehende Reise deshalb auch mit eigenen Mitteln finanziell unter die Arme.
Weitere Unterstützer gesucht
Für die Fahrt nach Zagreb, die Unterkunft und die Verpflegung des Teams samt Trainer und Begleitpersonen werden insgesamt rund 5.800 Euro benötigt. Auch wenn sich die Stadt an den Kosten beteiligt, sucht die Grundschule laut eigenen Angaben noch weitere Unterstützer. Nur so kann den Neunjährigen die Teilnahme am Europafinale endgültig ermöglicht werden.