Mehr Stress, weniger Schlaf - Zu den Ergebnissen der Schüler-Umfrage
Leistungsdruck, Stress auf dem Schulweg und die Flucht zu Künstlicher Intelligenz: Die hessische Schülerschaft hat der Politik ein alarmierendes Zeugnis ausgestellt.
In einer landesweiten Befragung mit knapp 16.000 Teilnehmenden beklagen viele junge Menschen fehlende Unterstützung im Schulalltag. Die Landesschüler*innenvertretung (LSV) fordert nun weitreichende Konsequenzen.
Lernen bis tief in die Nacht
Laut LSV fühlt sich mehr als ein Drittel der Befragten häufig durch schulische Anforderungen unter Druck gesetzt. Das Lernen bis spät in die Nacht raube den Jugendlichen regelmäßig den Schlaf. Zudem bleibe oft keine Zeit mehr für Hobbys, heißt es in dem Bericht.
KI als Ersatz-Lehrkraft
Künstliche Intelligenz ist mittlerweile fester Bestandteil der Lebensrealität der Heranwachsenden. Bemerkenswert ist dabei laut Vertretung der Grund der Nutzung: Fast zwei Drittel der Schüler greifen auf KI-Programme zurück, um sich den Unterrichtsstoff zusätzlich erklären zu lassen. Viele fordern demnach verständlichere Erklärungen durch das echte Lehrpersonal. Digitale Werkzeuge dürften nicht zum Ersatz für fehlende Unterstützung werden, mahnt die LSV.
Stressfaktor Schulweg
Der Schulstress beginnt für viele Betroffene aber auch bereits weit vor dem ersten Klingeln. Den Ergebnissen zufolge leiden drei Viertel der Befragten regelmäßig unter überfüllten Bussen und Bahnen. Ständige Verspätungen und Zugausfälle sorgen laut der Befragung dafür, dass viele Schüler bereits völlig gestresst im Klassenzimmer ankommen.
Gefahren im Netz
Ein weiteres Problemfeld ist die digitale Welt. Fünf Prozent der Teilnehmer sollen in den vergangenen zwölf Monaten selbst Opfer von Cybermobbing geworden sein. Zugleich kritisieren die Schüler, dass sie von den Schulen kaum über die Gefahren im Netz aufgeklärt werden. Es fehle an Schulsozialarbeit und konkreten Ansprechpersonen.
Forderungen an die Politik
Neben der mangelnden Medienkompetenz fehlt es den Jugendlichen laut Umfrage auch an finanzieller Bildung in den Lehrplänen. Die LSV sieht nun das Kultusministerium in der Pflicht. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen ändern, wirksame Präventionen schaffen und die Erfahrungen der Schülerschaft bei künftigen Entscheidungen ernst nehmen, heißt es abschließend.