Wenn ein Wal dein U-Boot ist - FFH-Kinotipp: Whalefall
Es ist der pure Albtraum: Student Jay wird während eines Tauchgangs von einem Pottwal verschluckt. Im Inneren des riesigen Tieres kämpft er ums Überleben. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: anständiger Thriller – etwas zu lang und etwas zu schwülstig.
Zehn Euro kostet euer Kinoticket, sechs ist es wert.
Was für eine Verkettung übler Umstände: Ein Pottwal verschlingt einen Riesenkalmar, und der zieht mit seinen Tentakeln den jungen Taucher Jay (Austin Abrams aus „Gangster Squad“) mit in den Schlund des Wals. So rutschen auch wir Zuschauer in den Verdauungstrakt und erleben dort die meiste Zeit des Films, wie Jay verzweifelt nach einem Ausweg sucht – bedroht von Sauerstoffmangel und dem Druck in den Tiefen des Meeres. Wir sehen das alles, weil im Walmagen auch floureszierende Kleinstlebewesen schwimmen. Jay nutzt sogar eine Leuchtqualle als Taschenlampe. Seine Angst und seine Verzweiflung sehen wir in jeder Szene. Den sicher unglaublichen Gestank in seinem nassen Gefängnis aus Fleisch und Muskeln können wir uns nur vorstellen.
Kurze Flashbacks zeigen die Gespräche zwischen Jay und seinem inzwischen verstorbenen Vater. Beide hatten kein einfaches Verhältnis. Dad war ein ruppiger Seebär und ein nie versiegender Quell von Lebensweisheiten. Gerade diese helfen Jay durch die grauenhafte Zeit in Magen und Darm, verwässern das Drama aber auch durch ein Zuviel an Kitsch.
Der Surround-Sound ist sensationell: Das Schwappen der Wellen, die Geräusche im Wal-Inneren geben uns das Gefühl, mittendrin zu sein. Das ist atmosphärisch so dicht, dass auch wir im Kinosessel Druck auf Brust und Ohren spüren. Ja, „Whalefall“ versucht, seine Möglichkeiten auszuspielen. Aber viel gibt die straighte Story nicht her.