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Die größten Spinnen-Mythen

Irrtümer und Spinnen-Infos - Die größten Spinnen-Mythen

Die Spinne ist eines der meist gefürchteten Tiere. Die kleinen, achtbeinigen Tierchen nisten sich oft als ungewollter Mitbewohner in unsere Häuser und Wohnungen ein. FFH-Moderatorin Julia Nestle kann Spinnen auch gar nicht leiden: Deswegen hat sie sich mal umgehört was den eigentlich so an den hartnäckigsten Spinnenmythen dran ist. 

Viele finden sie total ekelhaft oder haben sogar Angst vor ihnen: Spinnen. Das ist auch kein Wunder, bei den zahlreichen Gruselgeschichten die über die kleinen Tierchen erzählt werden. Deswegen räumen wir jetzt mit den größten Spinnen-Mythen auf: 

Wir essen Spinnen im Schlaf

Der Mythos hält sich hartnäckig: Immer wieder heißt es, dass jeder Mensch durchschnittlich zehn Spinnen in seinem Leben schluckt ohne es zu merken. Das soll heimlich im Schlaf passieren. Richtig ist aber, dass Spinnen ziemlich sensible Tiere sind. Sollte sich eine Spinne also mal in die Nähe unseres Munds verirren, würde sie die Atmung spüren und sofort flüchten. 

Spinnen legen Eier unter der Haut ab

Fakt ist: Keine Spinnenart hat überhaupt die Möglichkeit ihre Eier unter der Haut des Menschen abzulegen - einen Stachel o.ä. dazu haben die Krabbeltiere nämlich nicht. Stattdessen legen viele Spinnen ihre Eier in einem Seidenkokon ab und beschützen sie dort bis der Nachwuchs schlüpft. 

Spinnen sind gefährlich 

Es gibt nur weniger als hundert Spinnenarten die für den Menschen gefährlich werden können. Das hört sich erstmal viel an, allerdings gibt es insgesamt 43.000 Arten. Dazu kommt, dass keine der giftigen Krabbler im FFH-Land lebt. Die giftigste Spinne in unserer Region ist die Kreuzspinne, die für den Menschen aber nicht gefährlich ist. Diese Spinnenart kann bei uns maximal eine allergische Reaktion auslösen.

Spinnen krabbeln wieder aus dem Staubsauger

Dieser Mythos trifft in den meisten Fällen nicht zu. Bei  Staubsaugern über 1000 Watt werden die Spinnen mit über 100 km/h gegen eine Wand geschleudert und das würde weder Mensch noch Spinne überleben. Selbst wenn der Staubsauger eine schwächere Leistung hat, wird die Spinne höchstwahrscheinlich beim Weitersaugen von anderen Dingen erschlagen oder sie erstickt. Allerdings: Kathrin Kaltwaßer vom NABU sagt uns, dass Spinnen sehr wohl im Staubsauger überleben und später wieder rauskrabbeln können. Wer sie entsorgen will: Lieber Glas drüber, Blatt Papier drunter und dann aus der Wohnung bringen. 

Spinnenweibchen fressen die Männer beim Sex

Auch dieses Gerücht stimmt nur bedingt. Bei den meisten Spinnenarten überleben auch die männlichen Spinnen die Paarung. In Deutschland gibt es zum Beispiel nur eine einzige Spinnenart, die Wespenspinne, bei der das Männchen bei der Paarung als besonders gefährdet gilt. 

Spinnen braucht kein Mensch

Falsch! Spinnen haben sogar einen sehr bedeutenden Nutzen für unser Ökosystem. Sie fressen Insekten, die sich sonst ungebremst vermehren würden. So schützen sie uns zum Beispiel vor nervigen Stichen. Wissenschaftler glauben sogar, dass wir ohne Spinnen vor lauter Insekten im Sommer kaum atmen könnten!

Biologin Kathrin Kaltwaßer beantwortet Spinnen-Fragen

© dpa

Zitterspinnen sind ein Indikator dafür, dass bei euch ein gutes Raumklima herrscht. 

Gibt's 2020 eine Spinnen-Invasion?

Kathrin Kaltwaßer vom NABU sagt im FFH-Interview, dass ihr das nicht bekannt ist. Fakt ist aber, dass Spinnen im Herbst wegen der Paarungszeit aktiver sind und deshalb auch auffälliger. 

Welche Spinnen überleben im Haus?

Bei uns sind die Hauswinkelspinne und die Zitterspinne an das Raumklima mit zum Teil trockener Heizungsluft gewöhnt. Zitterspinnen sind die filigraneren Spinnen, die wild zittern, wenn man ihr Netz berührt. Man sollte sie allerdings nicht killen, da sie die Hauswinkelspinnen jagen und fressen. Und das sind ja die Spinnen, die fett und haarig werden können und großen Ekel hervorrufen. 

Warum sind Spinnen nützlich?

Spinnen jagen Silberfische, Mücken und Fliegen und sind auch effektiv gegen sogenannte Papierfischchen. Das sind kleine Tiere, die wir uns über Kartons von Paketen ins Haus holen. Sie kriechen gerne überall dort hin, wo Papier ist und lassen es sich dort schmecken - also womöglich auch im Bücherregal. Man wird sie schwer los - es sei denn, man hat Zitterspinnen im Haus. 

Sterben Spinnen, wenn man sie aus dem Fenster wirft?

Nein. Sie haben keine Knochen und können Stürze abfedern, indem sie entweder ihre Beine einziehen oder ausbreiten. Einige kleine Spinnenarten können während des Wurfs sogar Netze ausschießen in der Hoffnung, dass es sich irgendwo verfängt und sie so nicht auf den Boden knallen. 

Das komplette Interview mit FFH-Moderatorin Dani Steinitz und Kathrin Kaltwaßer gibt's hier zum Nachhören: 

Biologin Kathrin Kaltwaßer (NABU) beantwortet Spinnen-Fragen

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