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Eichenprozessionsspinner: Alle Fragen beantwortet

Eichenprozessionsspinner - Die wichtigsten Fragen beantwortet

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Jedes Jahr gehen die Meldungen im FFH-Land im frühen Sommer herum: Vorsicht, der Eichenprozessionsspinner ist wieder an unseren Bäumen unterwegs. Die Tierchen, aus denen mal ein grauer und ziemlich unscheinbarer Nachtfalter entsteht, sind für Mensch und Tier gefährlich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Raupe mit den Brennhaaren.

Warum heißt die Raupe so?

Eichenprozessionsspinner. Der Name der Raupe sagt genau das aus, was sie tut und wohin die Reise für sie am liebsten geht. Nämlich Richtung Eichen. Und Prozession, weil sich die kleinen Tierchen in größeren Gruppen kriechend, wie bei einer Prozession, von Eichen aus auf Nahrungssuche begeben und dann wieder zur Eiche zurückkehren. Oder eben direkt in ihrer Eiche bleiben und dort futtern.

Sind Eichenprozessionsspinner giftig?

Giftig sind Eichenprozessionsspinner nicht. Allerdings können sie bei Mensch und Tier allergische Reaktionen auslösen, wenn die mit ihren Brennhaaren in Berührung kommen. Eine ausgewachsene Raupe kann bis zu 700.000 dieser winzig kleinen Brennhaare haben. Auch für die von ihnen befallenen Bäume bedeuten sie nichts Gutes: Häufig fressen sie Bäume komplett ab.

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Was passiert, wenn mich ein Brennhaar berührt?

Die Reaktionen nach Hautkontakt mit einem Brennhaar des Eichenprozessionsspinners sind unterschiedlich. Es kann zu Juckreiz, Bläschenbildung und einem Hautausschlag kommen, der mehrere Tage anhält. Manche reagieren aber auch mit Husten, Atemnot und Asthma oder sogar einem allergischen Schock.

Wie reagiere ich nach dem Hautkontakt mit einem Brennhaar?

Wichtig ist, dass ihr möglichst schnell die Klamotten auszieht und bei mindestens 60 Grad in die Wäsche steckt. Wenn ihr die oben genannten Symptome habt, dann geht zum Arzt, damit er euch die richtigen Medikamente (zum Beispiel kortisonhaltige Cremes) verschreiben kann. Oft hilft es auch, wenn ihr die betroffenen Stellen kühlt.

Fliegen die Brennhaare auch durch die Luft?

Leider ja. Deshalb ist es wichtig, dass ihr von Eichenprozessionsspinnern befallene Gebiete möglichst meidet. Wie ihr die erkennt? Sie sind entweder durch Warnschilder schon gekennzeichnet oder aber ihr entdeckt Bäume, die wie mit Spinnweben bedeckt sind. Das sind die Nester der Raupen. Hier bilden sie ihre Brennhaare. Und selbst wenn die Raupen zu Faltern geworden sind: Die Brennhaare aus alten Nestern können noch drei bis zehn Jahre lang gefährlich bleiben. Der Wind trägt sie besonders im Zeitraum von Ende Mai bis Juli durch die Luft.

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Ist die Raupe für meinen Hund gefährlich?

Ja. Denn Hunde schnuppern ja gerne Mal an Dingen oder lecken daran. Wenn die Brennhaare mit ihren Schleimhäuten in Verbindung kommen, können eure Vierbeiner Atemnot oder Schwellungen am Kopf bekommen. Geht dann sofort mit ihnen zum Tierarzt.

Was, wenn der Eichenprozessionsspinner in meinem Garten ist?

Habt ihr ein Nest an einem Baum im eigenen Garten, dann macht es unter keinen Umständen selbst weg. Ruft unbedingt den Kammerjäger, denn der kann den Schädling mit speziellem Gerät sicher entfernen.

Johanna Herdejost

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Johanna Herdejost

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