Riera-Premiere - Eintracht mit 1:1 bei Union Berlin
Die Trainer-Premiere von Albert Riera als Coach von Eintracht Frankfurt ist lange langweilig und nimmt aber in den letzten Minuten richtig Fahrt auf. Am Ende ist es ein 1:1-Unentschieden bei Union Berlin.
In der 84. Minute fällt endlich der erste Treffer der Partie. Und es ist die Eintracht, die trifft: Nach einer Flanke vom eingewechselten Amaimouni trifft Brown aus der zweiten Reihe mit einem Schuss wie einem Strahl. Nur anderthalb Minuten später aber ist die Freude wieder vorbei. Höjlund foult im eigenen Strafraum Berlins Khedira völlig unnötig und kassiert sogar die rote Karte, weil er zuvor im Spiel schon mal mit gelb verwarnt worden war. Querfeld verwandelt den fälligen Elfmeter für Union. Kaua Santos rutscht der Ball dabei unter dem Bauch durch.
Zur Pause noch 0:0
An der Aufstellung hatte der neue Coach erstmal gar nicht so viel geändert. Kaua Santos stand im Tor. Bei den Feldspielern wagte Riera noch keine Experimente. Die erste Hälfte ohne große Highlights. Am aufregendsten die siebenminütige Spielunterbrechung nach 9 Minuten wegen Pyros in den Union-Blöcken. Die Nebelschaden zogen danach nur schwer ab.
Nach der Unterbrechung die Eintracht mit den größeren Spielanteilen, aber ohne nennenswerte echte Chancen. Stattdessen Union ab der 30. Minute immer gefährlicher. Kaua Santos musste in der 40. Minute einen 25-Meter-Schuss von Berlins Kemlein retten. Ansah konnte kurz später einen Fehler von Koch nicht nutzen.
Defensive steht besser als zuletzt
Die Eintracht verteidigte leidenschaftlich - und der neue Cheftrainer lebte es am Seitenrand vor. Riera war im langen dunklen Mantel sehr aktiv, er klatschte bei gelungenen Aktionen und dirigierte viel und gestenreich mit seinen Armen.
Der Nachfolger des am Ende glück- und erfolglosen Dino Toppmöller hatte seine verunsicherten Spieler starkgeredet und selbst viel Selbstvertrauen ausgestrahlt. "Vielleicht habe ich einen Zauberstab, aber glaubt mir, ich werde es schaffen", hatte der Mallorquiner vor dem Spiel gesagt: "Alles wird anders sein."
Noch kein Zauberfußball
Zauberfußball sahen die mitgereisten Eintracht-Fans zwar nicht, aber immerhin war ihr Team defensiv und auch taktisch verbessert. In der 56. Minute vergab Oscar Höjlund die erste ernsthafte Chance der Hessen im gegnerischen Strafraum kläglich. Insgesamt blieb das Spiel auf einem sehr überschaubaren Niveau, am Ende wurde es aber hektisch.
Spieler begeistert von Riera
Sowohl Mario Götze als auch Torschütze Nene Brown zeigen sich nach dem Spiel begeistert von ihrem neuen Trainer. Brown sagt: “Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, vom Spielverlauf her ist es bitter, dass wir das 1:1 kassieren. Der Coach will uns sehr viel mitgeben. Es macht sehr viel Spaß."
Die Eintracht verpasst am Ende also einen ersten Befreiungsschlag und bleibt im neuen Jahr weiter sieglos. Die Hessen warten seit neun Pflichtspielen auf einen Sieg und belegen in der Tabelle erstmal weiter Rang sieben.