Nach wohl verpasstem Aufstieg - Darmstadt 98 will "nichts abschenken"
Für den SV Darmstadt 98 steht am Sonntag (13.30 Uhr) die Auswärtsaufgabe beim Karlsruher SC an - und für die Lilien ist klar: Es geht im Saisonendspurt weiterhin darum, im Rennen zu bleiben. Trainer Florian Kohfeldt erwartet im Wildpark eine intensive Partie mit offenem Visier.
„Dementsprechend erwarte ich ein Spiel, in dem beide Mannschaften auf Sieg spielen werden. Auf jeden Fall“, sagte Kohfeldt auf der Pressekonferenz vor der Begegnung. Dass auch der KSC hochmotiviert sein wird, überrascht den Darmstädter Coach nicht. Schließlich stehen für Karlsruhes Trainer Christian Eichner die letzten Heimspiele an. „Die werden eine Menge dafür tun, um ihm einen guten Abschied zu geben, gerade zu Hause“, so Kohfeldt.
Lilien wollen nach Elversberg „dranbleiben“
Trotz des jüngsten Rückschlags gegen Elversberg sieht Kohfeldt seine Mannschaft keineswegs angeknockt. Im Gegenteil: Die Reaktion in den ersten Trainingstagen habe ihm gefallen. „Es ist keinesfalls so, dass irgendeiner austrudeln lässt, sondern wir sind voll da“, betonte der 43-Jährige. Nach dem Auftritt gegen Elversberg habe seine Mannschaft weiterhin „unbedingt das Gefühl, dranbleiben zu wollen“.
Auch mental sieht Kohfeldt seine Mannschaft bereit für den Endspurt. Der Grundtenor sei eindeutig: „Die Jungs wollen unbedingt auch zeigen, dass sie zu Recht ganz lange oben mit in dieser Liga waren.“ Für Sonntag gibt er ein klares Motto aus: „Wir wollen vor allen Dingen auch eine Frische an den Tag legen, die vor allen Dingen eine Sache hat, nämlich Lust auf Gewinnen.“
Resthoffnung bleibt - gerechnet wird aber nicht
Die Ausgangslage im Aufstiegsrennen hat sich für Darmstadt zwar verkompliziert, abgeschrieben wird intern aber nichts. Kohfeldt formulierte es mit einer bildhaften Redewendung: „Man hat schon Pferde kotzen sehen.“ Deshalb wäre es aus seiner Sicht „höchstgradig fahrlässig, irgendwas nicht bis zum Ende komplett durchzuziehen“.
Gleichzeitig bleibt der Trainer seiner Linie treu. „Wir rechnen nicht. Wir haben nie gerechnet, sondern wir müssen von Spiel zu Spiel gucken“, sagte Kohfeldt. Heißt konkret: Erst Karlsruhe, dann Münster, dann der mögliche Showdown gegen Paderborn.
Respekt für Eichner und den KSC
Vor dem Gegner zeigte sich Kohfeldt ausgesprochen anerkennend. Eichner sei „ein absoluter Top-Trainer“, der in Karlsruhe über viele Jahre Herausragendes geleistet habe. „Ich hatte immer das Gefühl, dass seine Spieler alles für ihn tun“, sagte der Darmstädter Coach.
Sportlich erwartet er einen variablen und gefährlichen Gegner. Besonders vor ruhenden Bällen warnt Kohfeldt: „Karlsruhe ist auch dieses Jahr eine Mannschaft, die sich sehr stark über Standardsituationen definiert.“ Dazu komme große Effizienz: „Karlsruhe ist die Mannschaft, die die höchste Effektivität in der Liga hat, die mit den wenigsten Chancen die meisten Tore macht.“
Personal: Vukotic ersetzt Pfeiffer
Personell muss Darmstadt weiterhin einige Ausfälle verkraften. Patrick Pfeiffer fehlt gesperrt, außerdem fallen nach aktuellem Stand Luca Marseiler, Fabian Nürnberger, Fraser Hornby und Matthias Bader aus. Bei Hornby und Nürnberger gibt es zumindest noch etwas Hoffnung auf ein Comeback im Saisonendspurt. „Bei beiden wird es knapp, aber ich würde es nicht ausschließen, dass sie diese Saison noch spielen“, sagte Kohfeldt.
In der Innenverteidigung legte sich der Trainer bereits fest: „Vukotic spielt.“ Positive Signale gibt es zudem bei Kilian Corredor, der wieder eine Option für die Startelf ist. Kohfeldt traut ihm nach schwierigen Wochen eine Rückkehr in besserer Verfassung zu: „Ich würde es sogar eher als wahrscheinlich sehen“, sagte er mit Blick auf einen möglichen Startelfeinsatz.
Großer Lilien-Anhang in Karlsruhe
Unterstützt werden die Südhessen in Karlsruhe von einer starken Kulisse. Nach Vereinsangaben werden rund 2700 Darmstädter Fans erwartet.
Kohfeldt jedenfalls sieht seine Mannschaft bereit für den nächsten Anlauf im Aufstiegsrennen. Die Botschaft vor dem Gastspiel beim KSC ist eindeutig: Darmstadt will noch einmal alles reinwerfen - und in Karlsruhe auf Sieg spielen.