Darmstadt in Münster - Kohfeldt fordert Sieg und vollen Fokus
Der SV Darmstadt 98 ist am kommenden Sonntag bei Preußen Münster gefordert. Für die Gastgeber geht es im Abstiegskampf ums sportliche Überleben, für die Lilien um einen seriösen und erfolgreichen Saisonabschluss. Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt erwartet deshalb eine intensive Partie - und fordert von seiner Mannschaft trotz personeller Probleme einen klaren Auftritt.
„Es ist für uns unglaublich wichtig, diese Saison auf diesem fünften Platz zu beenden und vor allen Dingen mit einem Sieg aus der Saison herauszugehen“, sagte Kohfeldt am Freitag. Die Spielzeit sei „in Summe viel zu gut dafür, als dass man mit so einem Gefühl in die Sommerpause gehen will“.
Darmstadt 98 mit vielen Ausfällen vor Auswärtsspiel in Münster
Vor dem Duell mit Preußen Münster ist die Personalsituation bei Darmstadt 98 angespannt. Alexander Vukotic fehlt gesperrt. Verletzungsbedingt fallen Luca Marseiler, Merveille Papela, Fraser Hornby, Fabian Nürnberger, Fabian Holland und Matthias Bader aus. Hinter Sergio López steht noch ein Fragezeichen. Positiv aus Lilien-Sicht: Matej Maglica ist wieder ins Training eingestiegen, laut Kohfeldt „sieht es nach aktuellem Stand ganz gut aus für einen Einsatz“.
Trotz der langen Ausfallliste will der Darmstädter Trainer nichts von Nachsicht wissen. „Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die den Anspruch haben muss, in Münster zu gewinnen. Und das ist auch meine Erwartungshaltung an die Mannschaft“, stellte Kohfeldt klar.
Florian Kohfeldt warnt Darmstadt 98 vor Preußen Münster im Abstiegskampf
Für Preußen Münster ist die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Darmstadt 98 maximal angespannt. Genau darin sieht Kohfeldt die größte Herausforderung. „Für Münster geht es im Gegensatz dazu um die Existenz in dieser Liga“, sagte der Lilien-Coach. Die Gastgeber seien in einer „extrem schweren Ausgangslage“ und hätten praktisch keine Alternative mehr: „Sie müssen gegen uns gewinnen. Sie müssen die beiden letzten Spiele gewinnen und müssen auf andere Ergebnisse hoffen.“
Entsprechend emotional und kompromisslos erwartet Kohfeldt den Auftritt des Tabellenkellers. „Wir wissen um die mentale Ausgangslage und die wird sein All-In für Münster, weil eine andere Option gibt es nicht mehr“, sagte er.
So will Darmstadt 98 in Münster bestehen
Auch taktisch rechnet Kohfeldt mit einer unangenehmen Aufgabe. Münster habe nach dem Trainerwechsel Anpassungen vorgenommen und spiele inzwischen geradliniger. „Grundsätzlich hat sich ihr Spiel verändert hin vom Kurzpassspiel her eher zu langen Bällen, Spiel auf zweite Bälle, Standardsituationen aus allen Lagen. Einwürfe von der Mittellinie werden in den Strafraum geworfen“, erklärte Kohfeldt. Darmstadt 98 müsse deshalb vor allem gegen den Druck und die Wucht des Heimteams bestehen. „Sie werden sicherlich versuchen, in dem Heimspiel und mit der Ausgangslage auch uns unter Druck zu setzen gegen den Ball“, sagte der Trainer.
Trotzdem wolle Darmstadt seiner Linie treu bleiben. „Wir werden trotzdem probieren, dieses Spiel sehr aktiv anzugehen“, kündigte Kohfeldt an. Die größte Stärke seiner Mannschaft sieht er weiterhin im eigenen Ballbesitzspiel: „Ich glaube, dass unsere größte Stärke nach wie vor in unserem Zusammenspiel mit Ball liegt. Also unser Ziel wird sein, so viel wie möglich den Ball zu haben.“
Darmstadt 98: Keine Experimente trotz Saison-Endspurt
Auch wenn die Saisonziele im Aufstiegsrennen nicht mehr erreichbar sind, schließt Kohfeldt Experimente in der Startelf aus. Für das Spiel von Darmstadt 98 in Münster werde die beste verfügbare Mannschaft auflaufen. „Ich werde definitiv die bestmögliche Mannschaft auf den Platz stellen, nach meiner Meinung, die am Sonntag in der Lage ist, dort zu gewinnen“, sagte Kohfeldt, der am Donnerstag seinen Vertrag bei den Lilien verlängert hat.
Zugleich betonte der Coach, dass es keine Einsatzgarantien oder Geschenke zum Saisonende geben werde: „Das bedeutet nicht, dass ich in irgendeiner Form jetzt etwas ausprobieren oder Geschenke verteilen werde. Das passt nicht in den Profifußball.“
Darmstadt 98 und Isac Lidberg: Auch die Torjägerliste ist ein Thema
Neben Platz fünf gibt es für Darmstadt 98 vor dem Spiel in Münster noch ein weiteres Ziel: Isac Lidberg soll im Rennen um die Torjägerkrone möglichst weit vorne landen. Kohfeldt räumte ein, dass das innerhalb der Mannschaft durchaus eine Rolle spielt. „Wir würden gerne Isac dazu verhelfen, dass er am Ende vorne steht in der Torjägerliste“, sagte der Trainer.
Darüber hinaus geht es aus Sicht der Lilien auch um die offensive Gesamtbilanz. „Wir würden uns auch gerne alle zusammen helfen, dass wir die stärkste Offensive der Liga am Ende der Saison haben. Das sind schon Ziele, die wir noch haben“, erklärte Kohfeldt.