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Vor Abschiedsmatch: Angie Kerber so persönlich wie nie

Tennis-Legende im FFH-Podcast - Angie Kerber so persönlich wie nie

Sonja Pahl

Leiterin Sport
Sonja Pahl

Angelique Kerber blickt nach vorn - und gleichzeitig sehr bewusst zurück. Im „FFH-Sporttalk“ mit FFH-Sportchefin Sonja Pahl spricht die ehemalige Wimbledon-Siegerin und dreifache Grand-Slam-Gewinnerin offen über ihr bevorstehendes Abschiedsmatch bei den Bad Homburg Open, ihre neue Rolle als Sportdirektorin und persönliche Entwicklungen abseits des Tennisplatzes.

Dabei wird schnell klar: Dieses Gespräch ist mehr als ein Sportinterview. Es geht um Freundschaft, Verantwortung, Familie - und darum, wie sich das Leben nach der großen Karriere verändert.

Bad Homburg ist für Kerber ein Herzensort

Die Verbindung zu den Bad Homburg Open ist für Angie Kerber längst eine emotionale. Im Podcast sagt sie: „Der Plan oder die Vision war schon immer, ein Tennisturnier zu gründen beziehungsweise zu gestalten.“ Dass daraus ein so etabliertes Event geworden ist, hätte sie sich früher kaum vorstellen können. „Hätte ich tatsächlich nie gedacht“, sagt Kerber. Heute spricht sie mit großer Wärme über das Turnier: „Für mich ist es ein Herzensprojekt.“ Besonders wichtig ist ihr das familiäre Flair. „Es ist so ein Familientreffen“, erzählt sie. Genau dieses besondere Gefühl mache das Turnier für sie so einzigartig.

Ana Ivanovic ihre Wunschgegnerin 

Beim Abschiedsmatch in Bad Homburg wird Angie Kerber noch einmal selbst zum Schläger greifen. An ihrer Seite beziehungsweise auf der anderen Netzseite: Ana Ivanovic. Für Kerber war früh klar, wen sie sich für diesen Moment wünscht. „Das ist mein Abschiedsmatch mit der Ana Ivanovic, meiner wirklich sehr engen und einer meiner besten Freundinnen“, sagt sie. Auf die Frage, wann die Entscheidung gefallen sei, antwortet Kerber: „Also schon relativ früh.“

Dass Ivanovic sofort zugesagt hat, bedeutet ihr viel. „Ich bin auch echt sehr dankbar, dass sie direkt zugesagt hat“, erzählt Kerber. Ivanovic habe direkt gesagt: „Ja natürlich, das mache ich für dich, das machen wir gemeinsam.“ Für Kerber ist diese Wahl vor allem eine Herzensentscheidung. „Wir haben so viel erlebt, auch während unserer Karrieren“, sagt sie. Deshalb sei für sie schnell klar gewesen: „Dass es die Ana wird.“

15.06.2026

Angelique Kerber blickt nach vorn - und gleichzeitig sehr bewusst zurück. Im „FFH-Sporttalk“ mit FFH-Sportchefin Sonja Pahl…

© HIT RADIO FFH

„Nein sagen war auch so ein Prozess“

Mit ihrer neuen Aufgabe als Sportdirektorin hat sich auch Kerbers Alltag verändert. Sie organisiert, vermittelt, spricht mit Spielerinnen - und muss manchmal auch Grenzen setzen. „Wo man dann auch manchmal Nein sagen muss“, sagt sie im Podcast. Dass ihr das heute gelingt, sei nicht selbstverständlich gewesen. „Das Nein sagen war auch so ein Prozess in meiner Karriere“, erzählt Kerber offen. Früher habe sie oft das Gefühl gehabt, es allen recht machen zu müssen. „Am Anfang konnte ich es nicht wirklich. Da habe ich zu allem Ja gesagt, weil ich gedacht habe, okay, ich muss jetzt allen gerecht werden.“

Heute sei ihr Blick darauf klarer. „Aber man muss tatsächlich im Leben, im Beruf, im Sport, zu Hause auch mal tatsächlich Nein sagen, egal wie schwer es fällt“, sagt Kerber.  Auch als Mutter muss Kerber Grenzen setzen. Dass dieses Thema nicht nur im Berufsleben wichtig ist, erzählt Kerber auch mit Blick auf ihre Familie. Auf die Frage, ob sie bei ihren Kindern Nein sagen könne, antwortet sie ehrlich: „Ich muss es hinkriegen.“ Gerade mit ihrer älteren Tochter erlebe sie inzwischen eine Phase, in der Grenzen ausgetestet werden. Genau deshalb sei ein Nein manchmal notwendig - auch wenn es nicht immer leichtfällt. Diese Offenheit macht den Podcast besonders nahbar: Kerber spricht nicht nur über Tennis, sondern auch über das ganz normale Leben nach der Spitzensport-Karriere.

Ein schwimmender Elefant als Kraftsymbol

Zum Ende des Gesprächs wird es noch einmal ungewöhnlich persönlich. Sonja Pahl spricht einen schwimmenden Elefanten an, den Angie Kerber zu Hause hängen hat. Kerber bestätigt sofort: „Genau, den habe ich immer noch.“ Warum dieses Bild für sie so besonders ist? „Ich finde Elefanten eh tolle Tiere, sind so meine Lieblingstiere tatsächlich“, sagt sie. Der schwimmende Elefant wirkt dabei fast wie ein stilles Symbol für ihre Persönlichkeit: stark, ruhig, widerstandsfähig - und gleichzeitig leicht genug, um sich auch durch neue Lebensphasen zu tragen.

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