Grand Prix von Spanien - Erster Ferrari-Triumph für Hamilton
Lewis Hamilton hat beim Grand Prix von Spanien in Barcelona seinen ersten Sieg für Ferrari gefeiert und dabei Mercedes in einem taktisch geprägten Rennen düpiert.
Fast zwei Jahre musste Lewis Hamilton auf diesen Moment warten, nun ist er zurück ganz oben auf dem Podest: In der Gluthitze von Barcelona beendete der Brite seine Siegflaute in der Formel 1 nach 686 Tagen und gewann erstmals einen Grand Prix für Ferrari. Der Rekordweltmeister profitierte dabei von einer mutigen Strategie, einem günstigen Rennverlauf und einem am Ende überlegenen Auto.
Hamilton durfte sich damit erstmals seit dem 28. Juli 2024 wieder als Sieger feiern lassen. Nach einer enttäuschenden ersten Saison bei Ferrari sendete der 41-Jährige ein deutliches Signal im Titelkampf. In der Gesamtwertung festigte er seinen zweiten Platz, liegt aber weiterhin 41 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli.
Mercedes zunächst in Kontrolle
Mercedes schien das Rennen zunächst im Griff zu haben. George Russell hatte sich mit einer starken Leistung die Pole Position gesichert und verteidigte die Führung auch am Start souverän. Für den Briten war es ein wichtiges Erfolgserlebnis, nachdem er zuletzt zunehmend von seinem jungen Teamkollegen Antonelli in den Schatten gestellt worden war.
Teamchef Toto Wolff hatte Russell vor dem Rennen demonstrativ gestärkt. Die Unterstützung zeigte Wirkung: In seinem 100. Grand Prix für Mercedes wirkte Russell stabil, fokussiert und lange wie der sichere Sieger. Auch nach den ersten Boxenstopps behauptete er sich vor Hamilton, der von Platz zwei aus ins Rennen gegangen war.
Antonelli diesmal ohne Happy End
Erstmals in dieser Saison hatte Kimi Antonelli die erste Startreihe verpasst. Der 19 Jahre alte Italiener musste sich im Qualifying mit Rang drei zufriedengeben, blieb im Rennen aber erneut ein ernsthafter Faktor. Immer wieder setzte er Russell unter Druck, ohne zunächst vorbeizukommen.
Kurz vor Schluss schien Antonelli doch noch vorbeizugehen, als er sich an Russell vorbeizwängte. Doch wenig später rollte der Mercedes mit einem technischen Defekt aus. Nach zuletzt fünf Siegen in Serie endete damit nicht nur seine Erfolgsserie, sondern auch ein weiteres mögliches Podium.
Die Strategie bringt Hamilton nach vorn
Die entscheidende Phase begann mit dem strategischen Umdenken bei Ferrari. Hamilton holte sich bereits in der 28. Runde zum zweiten Mal frische Reifen und setzte alles auf eine Drei-Stopp-Taktik. Ferrari spekulierte darauf, am Ende mit dem besseren Material angreifen zu können.
Dann kam Hamilton auch das Rennglück zur Hilfe: Fernando Alonso musste seinen Aston Martin mit einem Defekt abstellen, das virtuelle Safety-Car wurde aktiviert. Hamilton nutzte diese Phase ideal für einen weiteren Stopp und blieb anschließend an der Spitze. Damit war das Rennen praktisch zu seinen Gunsten gekippt.
Ferrari nutzt die Chance eiskalt
Nach dem letzten Stopp meldete die Box an Hamilton, dass er nun in Führung liege. Der Routinier ließ sich diese Gelegenheit nicht mehr nehmen. Trotz einer Untersuchung wegen eines möglichen Vergehens unter gelber Flagge blieb alles ohne Folgen. Mit frischen Reifen und einem starken Ferrari setzte er sich entscheidend ab.
George Russell musste sich am Ende mit Rang zwei begnügen. Dritter wurde Weltmeister Lando Norris im McLaren, der stets in Schlagdistanz geblieben war, aber nie entscheidend eingreifen konnte. Im siebten WM-Lauf der Saison gewann damit erstmals kein Mercedes.
Auch Hülkenberg erlebt den nächsten Rückschlag
Für Nico Hülkenberg endete das Wochenende dagegen erneut enttäuschend. Der Audi-Pilot hatte sich als Neunter seinen bislang besten Startplatz der Saison gesichert, musste das Rennen aber noch vor der Hälfte wegen technischer Probleme aufgeben.
Damit wartet der Rheinländer weiter auf seine ersten WM-Punkte für das Werksteam des deutschen Autobauers. Während Hamilton in Barcelona seinen Ferrari-Moment erlebte, setzte sich für Hülkenberg die schwierige Saison fort.