Laut "Lagebild Amateurfußball" - Weniger Gewalt auf Hessens Sportplätzen
Auf Hessens Fußballplätzen wird es fairer: Weniger Gewalt, weniger Diskriminierung, weniger abgebrochene Spiele. Das zeigen die neuen Zahlen von DFB und Hessischem Fußball-Verband für die Saison 2025/2026.
Der DFB veröffentlicht jedes Jahr ein sogenanntes "Lagebild Amateurfußball". Grundlage dafür sind die elektronischen Spielberichte, die Schiedsrichter nach jeder Partie ausfüllen. Damit lässt sich genau nachvollziehen, wie oft es auf den Amateurplätzen zu Gewalt oder Diskriminierung kommt und wie sich die Lage von Saison zu Saison entwickelt.
Positive Ergbenisse in Hessen
In Hessen gab es in der vergangenen Saison weniger Spielabbrüche als im Jahr zuvor: 60 statt 63. Damit liegt der Hessische Fußball-Verband mit einer Abbruch-Quote von 0,05 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Auch bei den gemeldeten Gewaltvorfällen zeigt sich in Hessen ein leicht rückläufiger Trend, der Anteil sank von 0,32 auf 0,30 Prozent aller Partien.
Rückgängige Diskriminerungsvorfälle
Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den Diskriminierungsvorfällen aus: Hier sank der hessische Wert von 0,22 auf 0,17 Prozent. Insgesamt zeigt sich damit für Hessen ein Bild, das etwas positiver ausfällt als der Bundesdurchschnitt, auch wenn die Unterschiede nicht riesig sind.
Bundesweite Zahlen
Bundesweit wurden für das Lagebild 1,284 Millionen abgeschlossene Spielberichte ausgewertet - so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Erhebung. Bei 5450 Partien wurde mindestens ein Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall gemeldet. Das ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem dieser Wert zurückgeht. Etwas gestiegen ist dagegen die Zahl der Spielabbrüche: 842 Partien mussten abgebrochen werden. Die gemeldeten Vorfälle reichen dabei von verbalen Bedrohungen bis hin zu körperlichen Übergriffen.
DFB warnt trotzdem
DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann bewertet die Entwicklung insgesamt als positiv, mahnt aber zur Vorsicht: "Insgesamt zeigen die aktuellen Zahlen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr." Der leichte Anstieg bei den Spielabbrüchen zeige, dass man sich mit der positiven Entwicklung nicht zufriedengeben dürfe. "Ein Spielabbruch ist ein gravierendes Ereignis", so Zimmermann weiter. Solche Fälle würden Betroffene nachhaltig prägen und das öffentliche Bild vom Amateurfußball beeinflussen. Der DFB-Vizepräsident ruft deshalb alle Beteiligten dazu auf, Vorfälle konsequent zu melden.
Schiedsrichter und Spieler am häufigsten betroffen
Ein Grund zur Freude für den Amateurfußball: Die Wertschätzung für Schiedsrichter ist gestiegen, und seit drei Jahren in Folge gibt es wieder mehr aktive Schiris in Deutschland. Trotzdem bleiben die Unparteiischen häufig Zielscheibe von Vorfällen - bundesweit wurden sie in 2100 Fällen zu Geschädigten. Noch öfter betroffen sind allerdings die Spielerinnen selbst: In 3245 Partien wurden sie als Geschädigte gemeldet.
Bodycams für Schiedsrichter in NRW
Um für mehr Sicherheit und Respekt auf dem Platz zu sorgen, startet der DFB gemeinsam mit der FIFA und dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen jetzt ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt. In der Kreisliga B Gelsenkirchen werden Schiedsrichterab sofort mit Bodycams ausgestattet. Untersucht werden sollen vor allem zwei Dinge: wie sich das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichter durch die Kameras verändert, und ob sich das Verhalten von Spielern und Zuschauern dadurch spürbar wandelt. Die Ergebnisse sollen später auch in die internationale Bewertung der FIFA einfließen.