Nachrichten > Sport >

FIFA-Krise: Infantino liefert Gegnern dünne Antworten

FIFA-Zoff - Infantino hält Gegner hin

Nach dreieinhalb Stunden Krisensitzung bleiben die Gegner von FIFA-Boss Gianni Infantino frustriert zurück. DFB-Chef Neuendorf nennt die Ergebnisse "dünn". Der Machtkampf geht in die nächste Runde.

Viele Fragen, keine Antworten. Nach einer mehr als dreieinhalbstündigen Krisensitzung sind die Gegner von Präsident Gianni Infantino ohne Ergebnis und spürbar frustriert vom FIFA-Hof gefahren. UEFA-Boss Aleksander Ceferin brauste in einer Limousine samt Chauffeur hinter verdunkelten Scheiben wenige Minuten nach dem Ende des Council-Meetings als Erster ohne Kommentar davon. 

DFB-Chef Bernd Neuendorf oblag es erneut, die für ihn und seine Mitstreiter enttäuschenden Resultate der Zusammenkunft der Fußball-Spitzenfunktionäre in Worte zu fassen. "Wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben", sagte Neuendorf nach dem Meeting in Zürich. 

Die Council-Sitzung war die erste Zusammenkunft von Infantino mit seinen Kontrahenten nach dessen massiv umstrittener Idee für einen WM-Investorenplan im Sommer. Infantino habe bei der Sitzung zugehört und eine Beantwortung zu allen Themen zugesagt, berichtete die englische FIFA-Vizepräsidentin Debbie Hewitt. Aber konkret vereinbart wurde praktisch nichts. 

Infantino verspricht keinen Zeitrahmen

Ein Zeitrahmen für die Antworten des Weltverbandschefs, vor allem wie er an allen FIFA-Institutionen vorbei einen hochumstrittenen Finanzplan rund um das WM-Premiumprodukt mit dem US-Präsident Donald Trump nahestehenden Joshua Kuschner als Geldsammler konzipieren konnte, wurde nicht gegeben. 

Bernd Neuendorf und Aleksander Ceferin
© Marijan Murat/dpa

Die europäischen Funktionäre konnten sich nicht als Sieger fühlen. (Archivbild)

Die Ergebnisse seien "dünn", sagte Neuendorf. Infantino habe sich entschuldigt, aber nur für die ausgebliebene Kommunikation, nicht für das mittlerweile verworfene Projekt als solches. Ob die Entschuldigung aufrichtig gewesen sei, wurde Neuendorf gefragt: "Gut, das muss er selbst wissen", sagte der DFB-Chef.

Infantino versteht sich auf die Inszenierung der Krise als Bagatelle. Und lieferte im Konferenzsaal im dritten Untergeschoss der protzigen FIFA-Zentrale ein weiteres sportpolitisches Meisterstück ab. Zuhören ja, zusagen nein. Infantino manövriert sich weiter in Richtung einer vierten Amtszeit und die Hoffnungen der Europäer auf einen Wandel sind nach diesem nur meteorologisch Goldenen-Oktober-Tag noch trister geworden. 

Zuspruch aus Afrika für FIFA-Boss

"Es gibt kein Verbot, Kandidaten aufzustellen. Die Fristen sind festgelegt. Wir haben bis zum 18. November Zeit, um zu sehen, ob es einen Kandidaten gibt oder nicht. Das ist Demokratie bei der FIFA. Aber wie Sie auch sehen, unterstützt die Mehrheit der Verbände weltweit sowie die Konföderationen Präsident Gianni Infantino", sagte das mauretanische Council-Mitglied Ahmed Yahya. Das ist die FIFA-Realität außerhalb Europas. 

Bis zu jenem 18. November müssen die Europäer einen möglichen Gegenkandidaten für die FIFA-Präsidentschaftswahl im März 2027 aufstellen, der Infantino herausfordern soll. Der Plan bleibt unverändert. "Wie gesagt, das Vertrauen in ihn ist verloren. Es müssen jetzt neue Leute, neue Ideen entwickeln, und wie wir diese Organisation, die ja extrem wichtig ist für den Weltfußball, auf seriöse Beine stellen", sagte Neuendorf.

Kurz vor Sitzungsbeginn hatte Infantino per Instagram seinen Post mit einem Herz und einem Globus garniert. Die Message: Die Fußball-Welt steht zusammen, alle Würdenträger kommen zu mir nach Zürich. Die Bilder vom Vorabend in einem Nobelhotel sollten dies zusätzlich dokumentieren.

Inszenierung in sozialen Medien

Handshake mit Funktionären aus aller Welt. Ein Glas Rotwein bei Seafood und Mozzarella. Etwas sauertöpfisch wirkten dagegen die Gesichter am Tisch der Europäer um Ceferin und Neuendorf. Infantino steht auf einem Bild vor seinen sitzenden Rivalen. Sie müssen zu ihm aufblicken. 

"Ich habe einen wunderbaren Abend mit Freunden, Kollegen, FIFA-Vizepräsidenten und Mitgliedern des FIFA-Rates verbracht - am Vorabend der ersten Sitzung des FIFA-Rates in Zürich seit dem überwältigenden Erfolg der FIFA-Weltmeisterschaft 2026", schrieb Infantino. Vermutlich Ansichtssache für manche der Beteiligten. 

Die politische Botschaft verpackte der Schweizer im Folgesatz. "Ich bin allen für ihr anhaltendes Engagement und ihre Leidenschaft dankbar, während wir uns darauf vorbereiten, wichtige Entscheidungen für die Zukunft des Fußballs zu treffen - eines Fußballs, der allen gehört, überall auf der Welt."

Arbeitsgruppe für Reformen

Ein paar symbolische Entscheidungen konnten Infantino abgerungen werden. Beschlossen wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von FIFA-Vizepräsident Scheich Salman Bin Ebrahim al Khalifa. Sie soll die Governancestruktur des Weltverbandes neu ordnen, damit künftig Alleingänge bei wichtigen Projekten wie von Infantino bei den WM-Investorenplänen nicht mehr möglich sind. 

FIFA Zürich
© Arne Richter/dpa

In der FIFA-Zentrale kam das Council des Weltverbandes zu Beratungen zusammen.

Neuendorf machte klar, dass es primär darum gegangen sei, für die Wahl am 18. März im marokkanischen Rabat einen fairen Prozess zu ermöglichen, ohne die von Infantino geführte FIFA-Administration. Das Vertrauen in die Institution ist minimal. "Ich habe ehrlich gesagt nicht die große Erwartung gehabt, dass wir auf jede Frage hier heute eine Antwort bekommen. Dass wir gar keine bekommen, das ist schon ein bisschen enttäuschend", zog Neuendorf als Fazit. 

Friedenspreis auf Prüfstand

Bis zur nächsten Council-Sitzung am 16. Dezember in Doha soll immerhin eine Entscheidung über die Zukunft des FIFA-Friedenspreises fallen, den Infantino im Vorjahr auf groteske Weise an US-Präsident Donald Trump verliehen hatte. Auf den Weg gebracht wurde die Erhöhung der jährlichen Zuschüsse an alle 211 nationalen Fußball-Verbände von rund 10 auf etwa 25 Millionen Dollar - ein Vorschlag, den Infantino kurz vor der Sitzung eingebracht hatte. 

Verworfen wurde laut Hewitt der Vorschlag einer Neureglung bei der Bestrafung von Roten Karten. Nachdem WM-Wirbel um die Aufhebung der Sperre für US-Spieler Folarin Balogun - angeblich auf Intervention von Trump und Infantino - sollte es künftig keine Einspruchsmöglichkeiten gegen die Mindeststrafe von einem Spiel mehr geben.

Auch interessant
Auch interessant

Europas Verbände haben den Fahrplan für die angestrebte Ablösung von Gianni…

Aleksander Ceferin will als UEFA-Präsident weitermachen, ein Gegenkandidat für…

Der angekündigte Reformwille von Gianni Infantino reicht nicht aus - sagen die…

nach oben

HIT RADIO FFH

Jetzt einschalten

HIT RADIO FFH
FFH+ DEUTSCH
FFH+ 80ER
FFH+ 90ER
FFH+ CHARTS
FFH+ ROCK
FFH+ WEIHNACHTEN
FFH RELAX
FFH KUSCHELROCK
FFH KUSCHELPOP
FFH WEIHNACHTSRADIO
FFH TOP 40
FFH LEIDER GEIL
FFH DIE 80ER
FFH JUST 90s
FFH DIE 2000ER
FFH DIE 2010ER
FFH BEST OF 2026
FFH LOUNGE
WOHLFÜHLZEIT
FFH COUNTRY RADIO
RADIO FEIERBIEST
FFH JUST PARTY
FFH HAPPY HITS
FFH TOP 1000
FFH OLDIES
FFH JUST WHITE
FFH CHILL & GRILL
FFH EURODANCE
FFH ROCK
FFH WORKOUT
RADIO SCHLAGERHERZ
FFH SCHLAGERKULT
FFH DEUTSCH PUR
FFH BRANDNEU
FFH ACOUSTIC HITS
FFH SOUNDTRACK
FFH SUMMER FEELING
FFH FRÜHLINGS FEELING
planet radio
planet radio mit mehr Deutschrap
planet radio mit mehr Dance
planet plus Fun
planet plus Power
planet plus Liebe
planet plus Heartbreak
planet plus Weihnachten
planet Livecharts
Deutschrap Finest
planet Flashback Friday
planet The Club
planet Early Morning Breaks
planet Oldschool
planet Nightwax
planet Black Beats
Taylor Swift & Friends
Ed Sheeran & Friends
The Weeknd & Friends
David Guetta & Friends
Coldplay & Friends
Harry Styles & Friends
Dua Lipa & Friends
Justin Bieber & Friends
Beyoncé & Friends
80er-Radio harmony
harmony +70er
harmony +90er
harmony +Karneval
harmony +Weihnachten
Neue Deutsche Welle
80er Kultnight
70er-80er Kultnight
80er-90er Kultnight Radio
harmony Feelings
harmony Schlager Radio
80er Divas
80er Superstars
80er Superbands
80er Wave Pop
80er Synthie Pop