Nach Pokalerfolg - Lilien wollen Rote Laterne loswerden
"Mein Blick ist nur Magdeburg": Florian Kohfeldt hat vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg eine klare Ansage an die Öffentlichkeit - und an seine eigene Mannschaft. Nach dem Pokal-Coup in Elversberg soll am Samstag sofort wieder der Ligaalltag zählen.
Nach zwei torlosen Spielen in Serie sprach Trainer Kohfeldt in der Spieltagspressekonferenz am Freitagmittag über seine zuletzt defensive Spielausrichtung. Er machte deutlich, dass seine grundsätzliche Spielidee nach wie vor ein aktiver, dominanter Fußball sei - diese Spielweise sei zu Saisonbeginn aber schlicht zu fehleranfällig gewesen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Darmstadt statistisch die Mannschaft sei, gegen die Gegner am wenigsten Tore erzielen - dennoch sei die Entscheidung gefallen, das Risiko gegen den Ball bewusst zu minimieren. Das bedeute aber nicht, dass man mit Ball nicht mutig spielen dürfe, so der Trainer: Gewinnen müsse immer die erste Priorität sein.
Keine Euphorie trotz Pokal-Coup
Kohfeldt stellte unmissverständlich klar, dass sich an seiner Grundhaltung durch die zwei gegentorlosen Spiele nichts verändert habe. Die Basis der jüngsten Ergebnisse sei eine "brutale Leidenschaft" und Kampfbereitschaft gewesen - und genau darauf liege weiterhin der Fokus, schließlich stehe man als Tabellen-18. in der Pflicht, Ergebnisse zu liefern. Mit Blick auf den Pokalerfolg in Elversberg betonte er, man nehme daraus keine Euphorie mit, sondern lediglich das Vertrauen, dass die Mannschaft Ergebnisse liefern könne - auch mit Verweis auf die zuletzt extremen Ausschläge nach unten, etwa beim 0:4 in Karlsruhe, die sich nicht wiederholen dürften.
Respekt vor dem Gegner aus Magdeburg
Für Magdeburg fand Kohfeldt klare Worte: Er erwartet eine Mannschaft, die extrem hoch pressen und Mann gegen Mann verteidigen wird, mit vielen Ballbesitz-Varianten und auffälligen Einzelspielern. Besonders angetan zeigte sich der Trainer vom Spielstil der Magdeburger, der unter Ex-Trainer Christian Titz begonnen habe und unabhängig vom Trainer weitergetragen werde - das wertete er ausdrücklich als Kompliment. Er rechnet mit einem emotionsgeladenen Spiel mit vielen Eins-gegen-eins-Situationen in beide Richtungen, die am Ende spielentscheidend sein könnten.
Taktik bleibt Geheimsache
Zur konkreten taktischen Ausrichtung - ob Drei- oder Viererkette - wollte sich Kohfeldt nicht in die Karten schauen lassen, machte aber deutlich, dass sein Trainerteam trotz der englischen Woche genauso intensiv auf den Gegner vorbereitet sei wie sonst auch. Entscheidender als das System sei ohnehin das individuelle Verteidigungsverhalten, das zuletzt deutlich konsequenter gewesen sei. Personelle Änderungen in der Startelf seien nicht ausgeschlossen - auch weil jeder Spieler im Kader zuletzt gezeigt habe, dass er wichtig und erfolgreich sein kann.
Zum Abschluss richtete Kohfeldt seinen Blick auf die eigenen Fans: Er hoffe, dass die Zuschauer am Böllenfalltor die kämpferische Grundhaltung seiner Mannschaft wieder honorieren - so wie es zuletzt gegen St. Pauli der Fall war. Erst wenn diese Basis stehe, so der Trainer, könne man wieder über fußballerischen Feinheiten sprechen.