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Das wars: Letzte deutsche Atomkraftwerke abgeschaltet

Das wars - Letzte deutsche AKWs abgeschaltet

Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern, kurz vor der Abschaltung April 2023
© dpa

Das Atomkraftwerk Isar 2, aufgenommen im Zeitraum der Netztrennung. Mit der Trennung der Kernkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim und Emsland vom Stromnetz ging am Samstag kurz vor Mitternacht die Ära der kommerziellen Stromerzeugung mit Atomkraftwerken in Deutschland zu Ende.

Der Atomausstieg in Deutschland ist vollzogen. Die drei verbliebenen Atomkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 sind am späten Samstagabend vom Netz gegangen, wie die Betreiber mitteilten. Als letztes meldete Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg um 23:59 Uhr den Vollzug.

"Wir arbeiten nach Recht und Gesetz und da ist es eindeutig, dass der Leistungsbetrieb ab dem 16. April eine Straftat wäre", sagte der Chef-Atomaufseher des Bundes, der Abteilungsleiter für Nukleare Sicherheit und Strahlenschutz im Umweltministerium, Gerrit Niehaus, der Deutschen Presse-Agentur.

Kritik und Zustimmung aus Hessen

Aus Hessen kommt Zustimmung und Kritik: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU hält das Abschalten für eine falsche Entscheidung: Man beraube sich einer zuverlässigen Stromquelle. Die Grünen in Hessen sagen: Atom-Energie sei weder sicher noch nachhaltig. Jetzt starte man ins Zeitalter der Erneuerbaren – also Energie aus Wind und Sonne. 

Kernkraftgegner feiern Abschalt-Feste

Es ist der Beginn einer neuen Energie-Zeitrechnung: Kernkraftgegner feierten den historischen Schritt am Samstag mit Festen in Berlin und anderswo. Mehrere Hundert Menschen kamen zu einem "Abschaltfest" nach Neckarwestheim und auch in München veranstalteten der Bund Naturschutz und Greenpeace ein "Atomausstiegsfest". Am niedersächsischen AKW-Standort Lingen demonstrierten Hunderte Atomkraftgegner gegen die dort ebenfalls ansässige Brennelementefabrik ANF, die zum französischen Framatome-Konzern gehört, und forderten auch deren Schließung.

Betroffenheit bei Mitarbeitern

Betroffenheit über den Ausstieg herrschte hingegen am Atomkraftwerk Isar 2 im bayerischen Essenbach. Für die Mitarbeiter des Meilers ist das Abschalten nach Angaben des Vorsitzenden des Betreiberkonzerns Preussen-Elektra, Guido Knott, ein emotionaler Moment: "Heute endet nach 50 Jahren die Stromproduktion aus Kernenergie bei Preussen-Elektra. Das geht uns allen sehr nahe, und das macht auch mich persönlich sehr betroffen."

Kein Dampf mehr über Kühltürmen

Der Konzern hatte zuvor den Ablauf genau erklärt, der für alle drei Meiler quasi gleich ist: Nach der Trennung vom Stromnetz sollte der Reaktor etwa innerhalb einer Viertelstunde abgeschaltet werden. Danach wird er "kaltgefahren". Das bedeutet, dass die Temperatur in der Anlage innerhalb von etwa zwölf Stunden auf Umgebungstemperatur gesenkt wird. Etwa neun Stunden nach der Abschaltung sollte über dem Kühlturm kein Dampf mehr zu sehen sein.

Atomausstieg unter Kanzlerin Merkel beschlossen

Den Atomausstieg hatte die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 für Deutschland beschlossen. Eigentlich sollte er schon mit dem Ende vergangenen Jahres vollzogen werden. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise beschloss die jetzige Ampel-Koalition von Merkels Nachfolger Olaf Scholz (SPD) im vergangenen Herbst jedoch, die Meiler über den Winter bis Mitte April noch weiterlaufen zu lassen.

Jahrzehntelanger Rückbau

Doch auch nach dem vollzogenen Atomausstieg bleiben die Herausforderungen im Umgang mit der Hochrisikotechnologie. Zunächst einmal müssen die Meiler möglichst schnell zurückgebaut werden. Das Atomgesetz habe die Regelung, dass die Kernkraftwerke unverzüglich abzubauen seien, sagte Atomaufseher Niehaus. "Das heißt, einerseits das Abbau-Genehmigungsverfahren voranzutreiben, aber auch schon erste zulässige Schritte in Richtung Abbau vorzunehmen."

Grüne sind erleichtert

Erleichtert blickt dagegen Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) auf das Ende der Kernenergie. "Der Atomausstieg macht Deutschland sicherer", sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Die Risiken der Atomkraft sind im Falle eines Unfalles letztlich unbeherrschbar."

Atommüll bleibt gefährlich für 30.000 Generationen

Mit der Abschaltung der drei Meiler fängt die eigentliche Arbeit am Atomausstieg erst an. "Wir haben etwa drei Generationen lang Atomkraft genutzt in unserem Land und dabei Abfälle produziert, die noch für 30.000 Generationen gefährlich bleiben. Diese Verantwortung übergeben wir an unsere Enkel, Urenkel und noch viele weitere Generationen", sagte Lemke mit Blick auf die anstehenden Aufgaben. Insgesamt müssen noch mehr als 30 Meiler in Deutschland zurückgebaut werden.

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