Nach Küken-Rettung in Marburg: Uhu-Eltern kehren wohl zurück
Nach Küken-Rettung in Marburg - Uhu-Eltern wohl zurück im Nest
+++ Wie das Uhu-Pärchen zurück nach Marburg kam +++
Im Turm der Elisabethkirche in Marburg ist wieder ein Uhu-Pärchen eingezogen, wie ein Stream auf YouTube zeigt. Ob es sich um die verschwundenen Uhu-Eltern Lisbeth und Hugo handelt, kann der Nabu Marburg derzeit nicht sicher sagen. Die Tiere sind nicht beringt, so Hartmut Möller auf FFH-Anfrage.
Uhu-Küken wurden gerettet
Die drei Küken von Hugo und Elsbeth hatte der Nabu vorige Woche aus dem Nest geholt und in eine Aufzuchtstation gebracht. Sie wurden von den Eltern nicht ausreichend versorgt. Ihnen gehe es gut, sie würden weiter in der Aufzuchtstation bleiben.
Der Livestream zeige aber, dass es sich um ein Männchen und ein Weibchen handele, so Möller. Das Männchen sei kleiner und dunkler, als das größere Weibchen mit der helleren Stimme.
Was bisher geschah: Die Uhu-Familie von Marburg
Uhu-Küken gerettet, der Nabu meldet Erfolg. Die drei süßen Internet-Stars aus dem Südturm der Elisabethkirche Marburg sind jetzt in einer Wildvogelpflegestation.
Uhu-Papa Hugo blieb plötzlich weg
Hintergrund: Der Uhu-Papa hatte aufgehört die Uhu-Mama und ihre Küken zu versorgen und seit Tagen kein Futter mehr ins Turmnest gebracht. Darauf entschieden die Vogelschützer des Nabu in Absprache mit der Naturschutzbehörde Marburg, die Tiere umzusiedeln.
Küken waren schon apathisch
In einer Wärmebox ging es in einer Wildvogelpflegestation, wo Biologin Dr. Moira Behn mit von der Partie war und bei der Zufütterung half. Offensichtlich keinen Moment zu spät: Die kleinen Küken seien bereits deutlich geschwächt, unterkühlt und apathisch gewesen, teilt der Nabu mit.
Kuscheln im Brutkasten
In der Wildvogel-Aufzuchtstation sind die Uhu-Küken in Brutkästen stabilisiert, sie wurden tiermedizinisch untersucht und ihr Zustand sei derzeit stabil. In den nächsten Tagen sollen sie nun zu Artgenossen in eine Uhu-Aufzucht.
Küken bekommen Uhu-Pflege-Mama
Dort werden sie ihre Uhu-Pflegemama kennenlernen, eine erfahrene Uhu-Mutter mit Namen Momo. Momo ziehe regelmäßig Junge groß, so der Nabu. Die Aufzucht der drei Küken erfordere Aufwand; allein die Futterkosten beliefen sich nach Angaben der Pflegestation auf rund 1.000 Euro pro Jahr.
Wo ist der Uhu-Papa abgeblieben?
Grundsätzlich, so der Nabu, sollten sich Wildtiere ohne menschliche Eingriffe entwickeln, doch habe hier eine akute Gefährdung der Küken vorgelegen. Warum das Männchen Hugo seine kleine Uhu-Familie nicht mehr versorgte, sei allerdings nicht zu klären. Eine der häufigsten Gefahren für Uhus liege zum Beispiel in Stromleitungen oder dem Autoverkehr. Unklar ist auch, wie Uhu-Mama Lisbeth es aufgenommen hat, als sie den leeren Nistkasten vorfand. der Nabu sagt: “Sie muss jetzt wieder selbst auf die Jagd gehen, um ihre eigene Versorgung wieder zu sichern.”
NABU hofft auf neues Uhu-Paar im Herbst
Der NABU Marburg hofft allerdings, dass der Nistkasten im Südturm der Elisabethkirche auch in der kommenden Saison wieder von einem Uhu-Paar angenommen wird.
Die Geschichte der Uhu-Familie im Turm der Elisabeth-Kirche
Das Uhu-Weibchen wurde zum Internetstar, als sie im Nistkasten an der Marburger Elisabethkirche vor der Kamera zu brüten begann. Der Livestream des Naturschutzbundes war auf YouTube zu sehen, die Klickzahlen von der brütenden Uhu-Dame gingen durch die Decke. Über 60.000 Aufrufe im Netz.
Tierfreunde guckten Livestream
Tierfreunde guckten, wie das Weibchen schlief oder auch nur mal den Kopf Richtung Kamera drehte. Dann schlüpften die Küken, die zunächst auch vom Uhu-Vater versorgt wurden. Doch plötzlich blieb der Uhu weg und der Nabu leitete jetzt eine Rettung für den Uhu-Nachwuchs ein.