Vor allem in den Großstädten - Zahl der Tötungsdelikte in Hessen stabil
Die Zahl der Tötungsdelikte in Hessen bleibt stabil. Warum Ballungsräume besonders betroffen sind und wie die Polizei die Fälle aufklärt.
Die Zahl der Tötungsdelikte in Hessen ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) wurden von 2020 bis 2024 insgesamt 1.364 Fälle zu Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registriert.
Fallzahlen schwanken mäßig
Dabei handelte es sich um 989 versuchte und 375 vollendete Taten. "Die Fallzahlen unterliegen, ungeachtet des jährlich steigenden Bevölkerungswachstums, lediglich moderaten Schwankungen", teilte das HLKA mit.
Anstieg der Fälle im Jahr 2024
Seit dem Jahr 2020 mit 361 Fällen seien sie kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2024 konnte erstmalig ein leichter Anstieg auf 276 Fälle verzeichnet werden. Für 2025 konnte das LKA noch keine konkreten Fallzahlen nennen. Sie sollen den Angaben zufolge im Frühjahr veröffentlicht werden. In der Tendenz zeigten sich jedoch ähnliche Fallzahlen wie im Vorjahr, hieß es.
Schwerpunkte in den Ballungsräumen
Regionale Schwerpunkte im Bereich der Tötungsdelikte zeigten sich in Hessen - wie auch in anderen Deliktsbereichen - vor allem in den Ballungsräumen, wie dem Rhein-Main-Gebiet. "Dies ist in erster Linie auf die große Bevölkerungsdichte zurückzuführen", erklärte das HLKA.
Die meisten Gewaltdelikte in Frankfurt
Allein in Frankfurt wurden demnach in den Jahren 2020 bis 2024 im Durchschnitt rund 22 Prozent aller Tötungsdelikte begangen. Die fünf am häufigsten registrierten Örtlichkeiten sind den Angaben zufolge Frankfurt (302 Fälle), Wiesbaden (80 Fälle), Kassel (54 Fälle), Hanau (40 Fälle) und Offenbach (30 Fälle).
Hohe Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote im Bereich der Tötungsdelikte liegt laut dem HLKA konstant auf einem sehr hohen Niveau. "Tötungsdelikte gehören regelmäßig zu den am besten aufgeklärten Straftaten", hieß es. "In den meisten Fällen bestehen persönliche Beziehungen zwischen Tatverdächtigen und Opfern, was die Ermittlungsarbeit unterstützt."
Tatverdächtige überwiegend erwachsene Männer
Hinsichtlich der Tätermerkmale zeige sich ein bekanntes und über Jahre stabiles Muster, hieß es. So seien Tatverdächtige mit einem Anteil von fast 90 Prozent überwiegend männlich. Der Schwerpunkt liege im Erwachsenenalter, insbesondere zwischen jungem und mittlerem Erwachsenenalter. Ein Großteil der Taten ereignet sich im sozialen Nahraum, etwa in Partnerschaften, Familien oder im persönlichen Umfeld.
Sicherheitslage laut LKA stabil
"Zusammenfassend zeigt sich die Sicherheitslage im Bereich der Tötungsdelikte stabil, die hohe Aufklärungsquote, das Fehlen außergewöhnlicher regionaler Häufungen und die bekannten Täter-Opfer-Konstellationen sprechen gegen eine strukturelle Verschärfung der Lage", bilanzierte das HLKA. Prävention, frühzeitige Intervention bei Gewalt im sozialen Nahraum sowie konsequente Strafverfolgung blieben weiterhin zentrale Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit, betonte die Behörde.