Frauke Brosius-Gersdorf - Hessens SPD ehrt die Juristin mit Preis
Ihre Kandidatur für einen Posten als Bundesverfassungsrichterin sorgte für massive Konflikte in der schwarz-roten Regierungskoalition im Bund. Nun bekommt Brosius-Gersdorf einen hessischen SPD-Preis.
Die hessische SPD ehrt die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis 2026. Die Rechtswissenschaftlerin habe sich durch ihr Engagement, insbesondere für das Verfassungs- und Sozialrecht, große Verdienste erworben, teilte die SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden mit. "Mit ihrer Arbeit setzt sie wichtige Impulse für das Verständnis des Grundgesetzes und damit für die Stärkung des Rechtsstaats und des demokratischen Gemeinwesens", hieß es.
Im zurückliegenden Sommer hatte es um die Kandidatur von Brosius-Gersdorf für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht einen langen Konflikt in der schwarz-roten Bundesregierung gegeben. Teile der Unionsfraktion stellten sich gegen die SPD-Kandidatin. Als Grund wurden unter anderem Äußerungen zum Schwangerschaftsabbruch angeführt. Die Staatsrechtlerin Brosius-Gersdorf verzichtete schließlich auf einen Posten in Karlsruhe.
Der mit 5.000 Euro dotierte Georg-August-Zinn-Preis wird alle zwei Jahre gemeinsam von der hessischen SPD-Landtagsfraktion und dem SPD-Landesverband verliehen. Gewürdigt wird herausragendes Engagement für die demokratische Gesellschaft, den Rechtsstaat und ein gerechtes Miteinander. Die Auszeichnung erinnert an den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten des Landes Hessen (1950-1969).
Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem die Fußballspielerin Steffi Jones, die Schauspielerin Iris Berben und die Stadt Hanau.