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Warnstreik bei Bus und Bahn in Hessen: S-Bahnen in Frankfurt

Warnstreik bremst Hessen aus - Immerhin: S-Bahnen fahren wieder

Warnstreik der VGF an der Hauptwache in Frankfurt
© FFH

So sah es am Morgen an der Hauptwache in Frankfurt aus.

Der Verdi-Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr geht weiter. Aber zumindest die Fahrgäste in Frankfurt dürften etwas aufatmen: Da ist der Schienenbruch an der Haltestelle Konstablerwache inzwischen repariert, so dass der S-Bahn-Verkehr laut Bahn wieder anrollen kann.

Der Schienenbruch sorgte seit dem Morgen für Umleitungen, Verspätungen und Ausfälle, wie die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilten. Pech also für all jene, die sich die S-Bahn als Alternative umsteigen wollten. Durch den Streik bleiben Straßen- und U-Bahnen in den Depots.

Busse als Alternative in Frankfurt

Viele sind in Frakfurt auf Busse umgestiegen, bilanzierte die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ: "Auch wenn viele Menschen offenbar im Homeoffice tätig sind und so den Nahverkehr entlasten, werden die Busse sehr stark genutzt." Auf fast allen Linien sei es zu Verspätungen gekommen.

Stillstand bei städtischen Bussen in Wiesbaden

In Wiesbaden fahren keine Busse der städtischen Gesellschaft Eswe, und auch in Kassel kam es zum Stillstand auf den Tram- und Buslinien im Stadtgebiet. Auch einige Buslinien und Tram-Strecken ins Kasseler Umland wurden nicht bedient, wie der Nordhessische Verkehrsverbund mitteilte.

Nur wenige Einschränkungen in Gießen und Marburg

Einschränkungen gibt es auch in Gießen und Marburg, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die jeweiligen Stadtwerke der beiden mittelhessischen Städte hatten zuvor trotz des Warnstreikaufrufs von Verdi mit einem regulären Busverkehr gerechnet. Die Gießener Stadtwerke erklärten, der Aufruf schließe bei dem Tochterunternehmen Mit.Bus GmbH angestellte Fahrer und Fahrerinnen nicht ein. Auch die Stadtwerke Marburg hatten sich auf keine "größeren streikbedingten Auswirkungen" eingestellt.

Notbetrieb in Mainz - Auswirkungen bis Groß-Gerau

Der Streik im ÖPNV trifft auch die Stadt Mainz. Dort hatte die Gewerkschaft Verdi Personal der Verkehrsgesellschaft (MVG) dazu aufgerufen. Die Folge war ein stark ausgedünntes Angebot, die MVG versuchte, tagsüber einen Notbetrieb auf einzelnen Linien in einem 30-Minuten-Takt ohne feste Fahrzeiten aufrechtzuerhalten. Der Streik in Mainz wirkt sich auch auf den Landkreis Groß-Gerau aus: Laut RMV entfallen hier unter anderem die Linien 54, 56, 58 und 60.

Pendler: "Ist kacke mal wieder"

Frustrierte Pendler berichten am FFH-Mikro über ihre Erfahrungen mit dem Streik in Frankfurt heute.

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Doppelte Probleme im Rhein-Main-Gebiet: Zum Warnstreik kam auch noch eine Störung im S-Bahn-Verkehr (Symbolbild).

Forderungen zum Manteltarif

Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen diesmal nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland streitet die Gewerkschaft darüber hinaus auch für höhere Löhne und Gehälter. Verhandlungspartner sind die jeweiligen Landesverbände des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV).

Arbeitgeberangebot in der Tarifrunde

Am Donnerstag hatte die zweite Verhandlungsrunde in Hessen zwar ein Angebot der Arbeitgeber, aber kein Ergebnis gebracht. Verdi hat ein Bündel von Forderungen aufgestellt, in dem es um Schichtzuschläge, Eingruppierungen, Ballungsraumzulage und einen zusätzlichen Urlaubstag geht. Die Arbeitgeber sollen sich zudem bereiterklären, über einen weiteren Urlaubstag exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder zu sprechen.

Verhandlungen für Dienstag geplant

Die Arbeitsniederlegungen in Hessen sollten noch bis Dienstschluss andauern, für diesen Dienstag seien dann wieder Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband geplant, sagte Koppel.

Wirtschaft kritisiert Streik

Kritik am Warnstreik kam aus der hessischen Wirtschaft. "Ein zentraler Verkehrsträger unseres Landes wird lahmgelegt. Dies mit gravierenden Folgen für eine Gesellschaft, die auf Mobilität angewiesen ist", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmensverbände, Dirk Pollert. Die Streiks träfen nicht nur Hunderttausende Pendler, sondern beeinträchtigten auch massiv die hessische Wirtschaft. Besonders betroffen sind Berufstätige, Schüler und Studenten, die auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen seien.

Vergangener Streik

Letztmalig haben die Beschäftigten des ÖPNV in Hessen im vergangenen Winter Warnstreiks organisiert. Besonders betroffen waren damals die Fahrgäste in den Großstädten Frankfurt und Kassel.

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