Schlaglöcher in Hessen - Hessen kündigt 6 Millionen-Hilfe an
Nach dem Winter sind die Reparaturkolonnen unterwegs. Der Aufwand, um die Straßen instand zu setzen, ist stellenweise deutlich höher als in den Vorjahren. Die hessische Landesregierung hat ein Millionenprogramm zur Beseitigung von Schlaglöchern angekündigt.
Eis und Schnee im Winter, zwischendurch Regen, dann plötzlich Frühling: Die Witterung hat den Straßen in Hessen zugesetzt. Tausende Schlaglöcher sind entstanden. Einige Kommunen stellen sich auf hohe Kosten ein. Mit mehr als 5.000 Schlaglöchern rechnet die Landeshauptstadt Wiesbaden - das sind deutlich mehr als normalerweise: Der Schnitt der Vorjahre lag bei rund 3.000 Schlaglöchern, wie eine Stadtsprecherin mitteilt.
Wechselhaftes Wetter ist problematisch
Problematisch seien Frost‑Tau‑Wechsel, sagt die Sprecherin. Sie wirkten wie ein Sprengmechanismus im Asphalt – Wasser dringt ein, gefriert nachts, dehnt sich aus und reißt die Fahrbahndecke weiter auf. Die vorgesehenen Mittel zur Reparatur reichten dieses Jahr nicht aus. Allein, um akute Gefahrenstellen zu entschärfen, seien rund 230.000 Euro ausgegeben worden.
Landesregierung reagiert mit Hilfsprogramm
Das Hessische Verkehrsministerium reagiert darauf mit einem landesweiten Schlaglochprogramm. Insgesamt werden rund 6 Millionen Euro in die Beseitigung von Frostschäden und die Sicherung der Landesstraßeninfrastruktur investiert.„Der vergangene Winter hat unserem Straßennetz stark zugesetzt. Mit dem Schlaglochprogramm sorgen wir dafür, dass Schäden schnell beseitigt werden und die Verkehrssicherheit auf Hessens Straßen gewährleistet bleibt“, sagte Verkehrsminister Kaweh Mansoori. „Wir investieren gezielt Mittel, damit Reparaturen zügig umgesetzt werden können und Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen auch weiterhin zuverlässig unterwegs sein können.“
Fast ein Drittel mehr Meldungen in Frankfurt
Etwa 30 Prozent mehr Meldungen zu Straßenschäden sind in Frankfurt eingegangen, wie die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, Michaela Kraft, mitteilt. Zusätzliche Reparatur-Kolonnen seien unterwegs.Priorität hätten Gefahrenstellen mit unmittelbarem Sicherheitsrisiko, für sie gelte eine Frist von fünf Tagen zur Reparatur. Zu den Kosten könne man noch keine Aussage treffen. Dass es im Vergleich zum vorangegangenen Winter mehr sein werde, stehe aber außer Frage.
Auch Kassel meldet mehr Schäden
Auch in Kassel gibt es mehr Schlaglöcher, wie ein Sprecher der Stadt mitteilt. Die Straßen würden laufend kontrolliert und notwendige Reparaturen umgehend erledigt. Statt einer seien zwei Kolonnen dafür unterwegs.
Reparatur bis in das späte Frühjahr
Verstärkte Schäden meldet auch Darmstadt, die Reparatur werde bis in das späte Frühjahr dauern, teilt ein Stadtsprecher mit. Höchste Priorität haben wie auch in den anderen Städten die Hauptverkehrsstraßen. In Fulda ein anderes Bild: "Die gemeldeten jahreszeitbedingten Schäden sind moderat und im Rahmen der Vorjahre", heißt es von dort.
Hessen Mobil schon unterwegs
Von Hessen Mobil heißt es, die Kollegen der Straßenmeistereien führten aktuell Bestandsaufnahmen im Straßennetz durch, um die frostbedingten Schäden zu erfassen und entsprechende Schadensbeseitigungsmaßnahmen zu ermitteln. Um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, sei bereits damit begonnen worden, akute Schlaglöcher mit Kaltmischgut zu verfüllen.
Etwa 500 Euro pro Schlagloch
Hessenweit wurden so in diesem Jahr bereits fast 38.000 Fahrbahnschäden auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beseitigt, davon allein fast 25.000 auf Landesstraßen, so Hessen Mobil. Addiere man Material-, Personal- und Anfahrtskosten, koste die Beseitigung eines Schlaglochs mit Kaltmischgut in etwa 500 Euro.
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