Erstmals Anstieg nach Corona - Jedem vierten Schüler geht es schlecht
Nach der Corona-Pandemie gab es zunächst weniger psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Nun sehen Experten wieder eine leichte Rückkehr des Problems.
Schülerinnen und Schüler zeigen einer neuen Studie zufolge vermehrt Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Damit nimmt die psychische Belastung seit Jahren wieder leicht zu. Dieses Ergebnis teilte die Robert-Bosch-Stiftung unter Berufung auf das in Stuttgart veröffentlichte Deutsche Schulbarometer mit.
Das sind die Gründe
Im vergangenen Jahr fühlten sich ein Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler psychisch belastet. 2024 hatte der Wert noch bei 21 Prozent gelegen. Als mögliche Gründe für den Anstieg der psychischen Belastung nennen die Studienautoren Leistungsdruck in der Schule, Sorgen um die eigene Zukunft, Ängste wegen Kriegen und Krisen sowie ein leichterer Zugang zu möglicherweise belastenden Informationen in sozialen Netzwerken.
Auffällig ist, dass es besonders den Nachwuchs von Familien mit sehr niedrigem Einkommen betrifft.
Dazu raten Experten
Ausgerechnet die Schule könne zu einer Verbesserung der Psyche bei Betroffenen beitragen. Anna Gronostaj, Bildungsexpertin der Robert-Bosch-Stiftung sagt: "Unsere Studie zeigt, was hilft: Wenn Lehrkräfte unterstützen und sie fordern, ohne zu überfordern, und zudem das Klassenklima gut ist, geht es Kindern besser. "
Laut der Umfrage möchten die Schülerinnen und Schüler nämlich mehr in Entscheidungen eingebunden werden. 74 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Mitbestimmung bei der Auswahl von Themen im Unterricht und bei der Entscheidung, wie eine Aufgabe bearbeitet wird. Mehr Einflussmöglichkeiten wünschen sich die Schüler auch bei der Festlegung von Bewertungsmaßstäben bei Prüfungen.
Mit dem Deutschen Schulbarometer lässt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Befragungen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland durchführen.